Lesung in Sievershausen zu Flüchtlingsschicksalen: „Ein Morgen vor Lampedusa . . .“

Ausgangspunkt der deutsch-italienischen Projektgruppe „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“ aus Hannover war die erste große Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer vor zwei Jahren. (Foto: Projektgruppe Lampedusa)
Lehrte: Antikriegshaus Sievershausen |

Szenisches Projekt zur FriedensDekade 2015 „Grenzerfahrungen“

SIEVERSHAUSEN (r/kl). Zur Eröffnung der diesjährigen ökumenischen Friedensdekade, die in Sievershausen am Sonntag, 8. November, ab 14.30 Uhr mit einem Gottesdienst der Konfirmand/innen unter Leitung der Präsidentin des Antikriegshauses, Gisela Fähndrich, in der St. Martinskirche beginnt, lädt das Antikriegshaus anschließend ab 16.00 Uhr zu einer szenischen Lesung der deutsch-italienischen Projektgruppe „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“ aus Hannover ein.
Ausgangspunkt des Projektes war die erste große Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer vor zwei Jahren. Es war nicht die letzte dieser Katastrophen, und angesichts des Elends auf der „Balkanroute“ gerät der Fluchtweg Mittelmeer in Vergessenheit.
Vor der italienischen, zwischen Sizilien und Afrika gelegenen Insel Lampedusa versank am 3. Oktober 2013 ein mit 545 Flüchtlingen völlig überladener Kutter. 366 von ihnen ertranken: Menschen aus Eritrea, Somalia, Äthiopien und Syrien, die vor Krieg und Armut geflohen waren, voller Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa.
Die zentralen Fragen der Lesung sind: Was geschah an jenem Morgen? Was erlebten die Flüchtlinge? Wie reagierten Einwohner, Touristen, Behörden? Hätte man mehr Menschen retten können? Wer trägt die Verantwortung für die Tragödie? Was müssten Italien und Europa tun, damit sich solche Ereignisse in Zukunft nicht mehr wiederholen?
Antonio Umberto Riccò hat aus Zeugenaussagen und dokumentarischem Material einen erschütternden Text entwickelt, der unterschiedliche Perspektiven auf die Katastrophe eröffnet und insbesondere die Einwohner von Lampedusa eindringlich zu Wort kommen lässt.
Der italienische Text wurde von Francesca De Iuliis, Hartwig Heine und Marcella Heine ins Deutsche übersetzt. Der italienische Musiker Francesco Impastato hat eigens für dieses Projekt sechs Lieder komponiert.
Mit den Lesungen setzt das Projekt ein Zeichen konkreter Solidarität mit Flüchtlingen, indem alle Erlöse aus den mittlerweile zahlreichen Aufführungen wurden an anerkannte Organisationen weitergeleitet, die für und mit Flüchtlingen arbeiten.