Lehrter Jugendliche „Lost in Paradise“

Schauspiel „Lost in Paradise“ kommt nach Lehrte, v.l. Katharina Kühnle, Stadt Lehrte, Sabine Gnörich, Jugendhaus Nord, Julia Michaelis, Stadtjugendpflegerin Lehrte, Florian Reuper, Jugendhaus Nord, Anke Schal, Jugendhaus Nord, Jana Demuth, Mobile Jugendarbeit und Gülten Kelloglu, Kinder- und Jugendhaus Süd. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Theaterprojekt zeigt Lebenswelten von Jugendlichen

LEHRTE (dno). 34 Jugendliche aus zehn Nationen bringen „Lost in Paradise“ auf die Bühne, oder besser, in die Halle. Das Theaterprojekt "get2gether" aus Hannover kommt mit ihrer Aufführung am Freitag, 16. Dezember, ab 19.00 Uhr in die Sporthalle Friedrichstraße in Lehrte.
Träger des Projekts ist der Verein IKJA (Internationaler Kultureller Jugend Austausch). Dieser bringt junge Menschen unterschiedlicher geographischer und sozialer Herkunft zusammen.
Innerhalb von acht Monaten wurde mit einheimischen und zugewanderten Jugendlichen das Stück entwickelt. Es zeigt die Lebenswelten von Jungen und Mädchen aus verschiedenen Kulturen, von Gruppenstrukturen und Leistungsansprüchen bis hin zu Themen wie Liebe, Wut, Eifersucht oder Erfolg. Es thematisiert Begriffe wie Freiheit, Zwänge oder Gemeinschaft und zeigt, „dass die Lebenswelten von jungen Leuten überall auf der Welt ähnlich sind!“
Die Laiendarsteller agieren dabei inmitten ihrer Zuschauer, es gibt keine klassische Bühne. „Einige Schauspieler/innen konnten noch vor Monaten keinen Satz in deutsch, jetzt sind es ganze Dialoge“, so Katharina Kühnle von der Stelle für Gleichstellung und Teilhabe der Stadt Lehrte, stolz.
„Das Stück ist gut für Lehrte geeignet. Obwohl sich das Flüchtlingsthema etwas beruhigt hat, soll es nicht vergessen werden. Mit dem Stück bekommen die zugewanderten Jugendlichen ein Sprachrohr und eine Stimme“, ergänzt Julia Michaelis, die Lehrter Stadtjugendpflegerin.
Das Schauspiel unterhält mit Tanz, Gesang und einer „guten Portion Gesellschaftskritik“. Viele Szenen berühren und regen zum Nachdenken an. Autorin Parisa Hussein-Nejad bringt in ihrem Stück zwei Jugend-Cliquen in die Turnhalle, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein können und dennoch mehr gemeinsam haben, als sie glauben.
Und während die einheimischen Mädchen und Jungen mit Leistungsdruck durch Schule und Ausbildung kämpfen müssen, sehen sich die Flüchtlinge vor allem mit Behörden, Formularen, Verordnungen und Gesetzen konfrontiert, häufig auch mit Fluchterfahrungen und Verlust.
So treffen Vorurteile aufeinander und Hauptdarstellerin Mia fragt sich: "Was braucht der Mensch zum leben?" Und auch Simion erkennt, „Wir sind frei, wenn wir geboren werden, aber schon kurz danach wachsen wir mit Werten unserer Eltern und den Normen der Gesellschaft auf:“
Der Eintritt zu der Aufführung ist kostenlos, Spenden sind natürlich willkommen. Für Zuschauergruppen ab 20 Personen wird um Anmeldung gebeten unter julia.michaelis@lehrte.de oder katharina.kuehnle@lehrte.de.