"Lehrter Copacabana" feierte und die Arpker "Titanic" wasserte

Von unglaublicher Größe und - abends illuminiert - von ebensolcher Wirkung: Die hölzerne "Titanic" am Eingang des "SOLA"-Zeltlagers am Hasendamm in Arpke. Beim Starkregen Dienstag vor einer Woche wäre sie beinahe geschwommen . . . (Foto: Walter Klinger)

. . . aber die Zukunft des Waldbades bleibt weiterhin ungewiss

ARPKE (kl). Arpkes Schützenchef Edmund Potratz hatte am Sonntag beim Festessen vor 460 (!) Gästen unglaublich geschickt zum wichtigsten Thema seiner Ortschaft übergeleitet, als er - mit Bezug auf die vielen Trikots und Blumenketten der Besucher noch von der Fußball-WM in Brasilien - feststellte: "Hier feiert die Lehrter Copacabana!". Und zwar so feurig, dass Arpke hinterher Abkühlung benötige, wie es sie durch den Überschwemmungs-Starkregen und den Hagelkatastrophenschauer in den letzten beiden Jahren auch gegeben habe. "Vor allem aber brauchen wir unser Waldbad!", rief Portratz unter Riesenbeifall - aber Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk ließ sich, so sehr er auch die Arpker und ihr Fest lobte, nicht auf eine Zusage zum dauerhaften Fortbestand des gerade mühsam verspätet eröffneten, jetzt 60 Jahre alten, Freibades festnageln.
Wie an der Copacabana dürfe man hier nicht nackt, im Gegensatz zu Brasilien auch nicht nachts baden, merkte der Bürgermeister an. Schlug aber angesichts der Stimmungswellen beim Schützenfest vor, das Waldbad in "Königliche Therme" umzubenennen. "Dann brauchen wir aber auch wenigstens so warmes Wasser", zeigte sich Arpkes Ortsbürgermeister Klaus Schulz von zumindest einer solchen Verbesserung durchaus angetan - politisch aber wird es weiter um den langfristigen Erhalt des Waldbades insgesamt gehen.
Im festen Stimmungshafen des Schützenfestes legte beim Festausmarsch ein Festwagen-Schiff an: Auf dieser mobilen Bühne der legendären Arpker "Coneheads" als "Meister-Kogge" feierten die Ü40-Fußballer des TSV "Germania" Arpke ihre Kreismeisterschaft. Und auch die "Coneheads" um Kapitän Micha Rauterberg, die jetzt schon einmal privat in Arpke "einheizten", wollen demnächst ein Comeback auf der Schiffs-Bühne.
Den Starkregen gab es in diesem Jahr bereits am Dienstag vor dem Fest und er setzte so manches Zelt der ersten von vier Wochen (mit jeweils unterschiedlichen Altersgruppen) des Sommer-Zeltlagers der evangelisch-freikirchlichen Kirchengemeinde Arpke unter Wasser. 200 Kinder übernachteten im Gemeindehaus am Westerende.
Ihre gute Laune dabei fußte sicher auch auf der guten geistlichen Vorbereitung: "Titanic" lautet - an die Vergänglichkeit menschlichen Stolzes erinnernd - das diesjährige "SOLA"-Thema, genial illustriert am Lagereingang von einer hölzernen "Titanic" in Weserdampfer-Größe, die nach dem Regen fast geschwommen wäre. Wenn auch nicht so, aber für ihr Freibad wünschen sich die Arpker immer ein paar Fußbreit Wasser im Becken. Man kann es dabei als gutes Omen sehen, dass die diesjährige Schützenkönigin Jana Schwentesius beruflich Schwimmeisterin des Waldbades ist . . .