„Lehrte meets L.A.“ am Rodelberch

Als Sensation gefeiert: Die junge Lisa Lystam zeigt mit ihrer „Family Band“ beim 34. Lehrter Bluesfestival, dass auch die jüngeren Semester den Blues schätzen – und zelebrieren. (Foto: Agentur)
Lehrte: Rodelberg im Stadtpark Lehrte |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis: 34. Bluesfestival mit Lisa Lystam und "Lösekes Blues Gang"

LEHRTE (sv). Junge, aufstrebende Musiker ebenso wie alte Bekannte mit meisterlichem Spiel erwarten die Besucher, wenn am 2. September ab 16.00 Uhr am Rodelberch im Stadtpark das 34. Lehrter Bluesfestival beginnt.
Während sonst auf Festivals die erste Band stets nur vor wenigen ersten Besuchern ihr Können präsentiert, bleibt den Musikern beim Lehrter Bluesfestival dieser Frust erspart: Längst hat es sich herumgesprochen, dass von Anfang an hochklassige Bands den Platz bespielen – den Beginn der Blues-Party will kaum jemand verpassen.
Die Jungs von „Pickup the Harp“ kennen und lieben Festivalbesucher bereits, seit sie im vergangenen Jahr in den Umbaupausen den Platz aufheizten. Diesmal sind die drei Karlsruher mit Verstärkung als Opener dabei und werden den Lehrtern zeigen, dass es nicht nur in ihrer Heimatstadt Karlsruhe durchaus mal laut werden kann.
Was kann in 32 Jahren nicht alles passieren? Zum Beispiel, dass sich Bands auflösen. Nicht so Lösekes Blues Gang, Gast beim zweiten Lehrter Bluesfestival 1985, wie das erste ebenfalls verregnet, ebenfalls defizitär. Dennoch haben die Lehrter einfach weiter gemacht, und die Lösekes aus Hildesheim sowieso.
Man darf sich also freuen auf das Wiedersehen eines Urgesteins der deutschen Bluesszene mit über 40-jähriger Bühnenerfahrung mit den Machern eines einst kritisch beäugten oder belächelten, mittlerweile anerkannten und mit dem German Blues Award zum besten Bluesfestival ganz Deutschlands gekürten Lehrter Musikfests.
Angesichts der Verweildauer aller Genannten in der Bluesszene ist es umso erfreulicher, dass hier von Nachwuchssorgen keine Rede sein kann. Die junge Schwedin Lisa Lystam kann mit ihrer Family Band schon einige Erfolge verzeichnen und bringt den Skandinavien-Blues mit Standard-Elementen und wildem 1960er-Jahre-Rhythm'n'Blues an den Berch.
In Texas geboren, in San Diego erste musikalische Erfolge eingefahren, 2013 Gewinner des Blues Music Awards, 2015 als beste männliche Stimme ausgezeichnet, gastiert Sugaray Rayford nun mit seiner siebenköpfigen Band aus Los Angeles am Lehrter Blues-Berch. Im Gepäck Blues'n'Roots-Musik ebenso wie Soul der 70er- und 80er-Jahre. Das Bluesfestival-Line up kann sich also auch außerhalb von Schnapszahlen- und Jubiläumsveranstaltungen sehen lassen.
Aufgrund gestiegener Kosten mussten die Preise nach langer Zeit doch etwas angehoben werden. Dennoch sind die Eintrittspreise mit 15 Euro im Vorverkauf und 20 Euro an der Abendkasse für das komplett ehrenamtlich organisierte Lehrter Bluesfestival im Vergleich niedrig.
Vorverkaufskarten gibt es in Lehrte in der "Bücherstube" Veenhuis und im "Anderen Kino", in Sievershausen in der Hundepension Schmidt; in Sehnde im Bioladen Kiebitz und in Burgdorf im Musikhaus, in Hannover bei "M+M" und im Internet unter www.blues-in-lehrte.de.