"Land unter" auf der Hälfte der Wiesengrund-Gärten in Lehrte

Auch der benachbarte Vorstandsgarten Im Wiesengrund wurde vorübergehend zum See, wie hier (bei bereits zurück gehendem Wasserstand) Kleingärtner Stefan Henze zeigt. (Foto: Walter Klinger)

Kleingärtner: Überlauf in Rückhaltecken ist falsch berechnet

LEHRTE (kl). "Das nicht gebaute dritte Rückhaltebecken, das sind wir hier!", macht Stefan Henze seinem Unmut Luft. Wie die Hälfte der anderen 32 stand sein vor drei Jahren angemieteter Garten in der Kleingartenkolonie "Im Wiesengrund" in Lehrte (Zufahrt vom Westring, vorbei an EDEKA) nach dem zurückliegenden Wochenende zentimeterhoch unter Wasser.
Nun sind wir hier eben in der Region (also auf dem Land), weshalb jetzt viele nur sagen werden: es hat halt stärker geregnet, da passiert das schon mal. Allerdings gehören die dann wohl nicht zu denen, deren Gartenwege absacken und einbrechen, deren im Boden belassene Pflanzen verderben und deren Gartenhäuschen von unten durchfeuchten.
So etwas hatte das Ehepaar Henze schon vom Vorpächter ihres Gartens gehört. Aber dann wurde ja auf der gegenüber liegenden Seite am Grenzgraben die Regenrückhaltung gebaut (für das dritte Becken reichte das wegen Kontaminierung und Kriegsbombe an der "Chemischen" aufgebrauchte Geld nicht mehr, Anm.d.Red.). Für den Lehrter Wiesengrund bringt die teure Rückhaltung aber nichts, wie Stefan Henze nachgemessen hat: "Auf unserer Seite steht das Wasser 50 Zentimeter hoch über dem Boden, im Becken aber einen Meter unter der Oberkante, da ist doch der Überlauf falsch berechnet worden!"
Durch die nur zum Teil verwirklichte Regenrückhaltung gibt es nun ja statt Schutz vor einer Jahrhundertüberflutung lediglich die 40-jährige Vorsogevariante. Ob das bei den Wetterveränderungen reicht? Schon in dieser Woche war das Wetter wieder viel zu warm, am Wochenende dürfte (wieder zu viel?) Regen kommen. Ob der immer öfter randvolle Ahltener Regenwasserbachkanal aus dem Lehrter Wiesengrund-Gartenland dann schon wieder eine Seen-Landschaft "zaubert"?