KRH-Betriebsrat Lehrte will Klinikneubau - aber nicht vor Ort

"Aus" für das Lehrter Krankenhaus? Bei einem Klinikneubau an einem anderen Ort als Großburgwedel oder Lehrte, so scheint es, wären die Mitarbeiter bereit, die "Eisenbahnerstadt" zu verlassen . . . (Foto: Archiv/Walter Klinger)
Lehrte: Klinikum Region Hannover Lehrte |

"Neutraler Ort" als Standort gefordert - Grüne sind entsetzt

LEHRTE (r/kl). Die Diskussion über die Neuordnung des Krankenhauswesens im Osten der Region Hannover wird immer verworrener.
Nachdem (wir berichteten am Mittwoch) die Regions-SPD für einen Krankenhausneubau in Großburgwedel und den Erhalt des Lehrter Standortes nur noch mit Dialyse-Station und einer neu zu schaffenden 50-Betten-Geriatrie (Chirurgie und OP's fallen weg) votiert, ist der Betriebsrat des Lehrter Krankenhauses nun plötzlich für einen Klinikneubau an einem neutralen Ort - und wird dafür heftig von den Grünen kritisiert, die zusammen mit der SPD die Mehrheit in der Regionsversammlung haben.
In einem Offenen Brief des Betriebsrates heißt es:
"Der Betriebsrat des Klinikums Lehrte beschäftigt sich seit Wochen und Monaten mit
dem Thema: Wie geht es weiter mit dem Klinikum Lehrte?!
Kein leichtes Thema, da es verschiedene Interessen und Gesichtspunkte gibt.
Als Betriebsrat stehen für uns neben der wohnortnahen Versorgung vor allem die
Zukunftsfähigkeit der Klinik und damit die Sicherung aller Arbeitsplätze unserer
Beschäftigten im Vordergrund.
Mit Erschrecken haben wir in den letzten Tagen die Pressemitteilungen und die
Position, die die Politik in diesen einnimmt, verfolgt.
Eine 'Spezialklinik' ist kein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung, wie bisher!
Der Betriebsrat Lehrte ist der einstimmigen Meinung, dass nur ein Neubau an einem
neutralen Ort eine zukunftsfähige Variante für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
sowie die Bevölkerung sein kann".
Die Grünen in der Regionsversammlung zeigten sich in einer Stellungnahme entsetzt über diese Entscheidung des Betriebsrates im Lehrter Krankenhaus.
„Der Betriebsrat will einen neues Krankenhaus an einem neutralen Standort“, sagt Doris Klawunde, gesundheitspoltische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen: „Damit ist auch das Krankenhaus Goßburgwedel gemeint und vor dem Aus.“
„Sich gleichzeitig in einer Pressemitteilung für wohnortnahe Versorgung auszusprechen ist ein Witz,“ sagt auch Brigitte Nieße als Fraktionsvorsitzende der Regionsgrünen. „Wir arbeiten konsequent an der Zunftsfähigkeit beider Standorte.“ Für die Grünen stellt damit der Betriebsrat das Eigeninteresse vor das der Bevölkerung.