Kita-Beirat: Stadt hat Chance zur Information verpasst

Verwaist waren die meisten Spielplätze in kommunaler Trägerschaft in Lehrte und Sehnde während der jüngsten Streikwochen. Noch ist in der Schlichtung keine Einigung in Sicht. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Rat nimmt Resolution zur Aufwertung von Erziehungsberufen zur Kenntnis

LEHRTE (hdb). Was die Stadt Langenhagen vorgemacht hat, fand im Lehrter Rat – noch – keine Nachahmung: Der Stadtkita-Beirat scheiterte aus formalen Gründen mit seiner Bitte nach einer Resolution zur Aufwertung von Sozial- und Erziehungsberufen. In einer nachträglichen Stellungnahme wirft die Elternvertretung der Kommune vor, eine Chance zur Information über die Notbetreuungsarbeit während der Streikwochen verpasst zu haben.
Vor Beginn der jüngsten Ratssitzung hatte der Beiratsvorsitzende Hendrik Alberts eine Resolution des Langenhagener Kommunalparlamentes verteilt und dafür geworben, dass auch der Lehrter Rat einen derartigen Aufruf verabschieden möge. „Leider war eine Beschlussfassung … dazu nicht umsetzbar. Wir bitten Sie nun auf diesem Wege, sich in ihren Fraktionen über unser Anliegen zu beraten und es zeitnah zu unterstützen“, schrieb Alberts tags darauf an alle Fraktionen.
Das „Anliegen“ nach dem Vorbild der Langenhagener Resolution: Der Rat erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsberufen in ihrer aktuellen Auseinandersetzung mit den kommunalen Arbeitgebern um die Aufwertung ihrer Arbeit. Über Form und Inhalt einer Lehrter Fassung muss allerdings zuvor der zuständige Fachausschuss beraten, so dass der Rat frühestens in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause darüber befinden kann.
Der Stadtkita-Beirat hat mit seinem Schreiben die Fraktionen auch über eine außerordentliche Sitzung in der zweiten Juni-Woche informiert.
Etwa 60 Teilnehmer hätten einen „intensiven Dialog zwischen Eltern und Beschäftigten“ über die unterschiedliche Interessenlage geführt. Als „unglücklich“ sei bewertet worden, dass die Stadtverwaltung „aus terminlichen Gründen“ keinen Teilnehmer geschickt hatte. Dadurch habe sie „die Chance verpasst, über die Notbetreuungsarbeit und/oder die Rückerstattung der Kita-Gebühren zu informieren und in den Dialog einzusteigen“, lautet der schriftlich formulierte Vorwurf.
Dieser endet mit der Aufforderung: „Da uns Eltern bewusst ist, dass die aktuellen Auseinandersetzungen sich nicht nur auf kommunalpolitischer Ebene bewegen und lösen lassen, würden wir uns sehr darüber freuen, wenn Sie Ihren politischen Einfluss nutzen und unser Anliegen in die Landes- und Bundespolitik weitertragen.“