Kinderbetreuung in den Sommerferien ist gesichert

Einstimmig beschließt der Rat einen Dringlichkeitsantrag zur Ferienbetreuung, falls sich streikbedingt ein Zusatzbedarf ergeben sollte. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Lehrter Stadtverwaltung soll möglichen Bedarf ermitteln

LEHRTE (hdb). Die Auswirkungen des vierwöchige Streik in den kommunalen Kindertagesstätten sind noch nicht ausgestanden. Ob die laufende Schlichtung erfolgreich endet, wird durchaus skeptisch beurteilt. Der Rat hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung die Weichen für eine erweiterte Betreuung während der Sommerferien gestellt.
Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Sozialdemokraten hatten per Dringlichkeitsantrag die Initiative ergriffen, um auf mögliche Probleme in den Sommerferien – vom 23. Juli bis zum 2. September – vorbereitet zu sein. Das Kommunalparlament hatte zuvor einstimmig seine Tagesordnung geändert. Daraufhin musste die öffentliche Sitzung im Kurt-Hirschfeld-Forum für rund 20 Minuten unterbrochen werden, weil der Verwaltungsausschuss pflichtgemäß hinter verschlossenen Türen Ratsbeschlüsse vorzubereiten hat.
Danach begründete der Grünen-Fraktionsvorsitzende Ronald Schütz den Gruppenantrag mit den Auswirkungen der vorausgegangenen Streikwochen der Erzieherinnen und Erzieher, die eine höhere Eingruppierung und damit Wertschätzung ihres Berufes fordern. Wegen der geschlossenen städtischen Kitas im Mai und Juni seien Eltern gezwungen gewesen, die Betreuung ihrer Kinder selbst zu organisieren – und dafür einen Teil ihres Jahresurlaubs in Anspruch zu nehmen.
„Möglicherweise führt dies für die Eltern zu einem Engpass in den Sommerferien, wenn sie nicht wie gewohnt ihren Urlaub antreten können“, heißt es in der Antragsbegründung. Sollte sich daher bei einer kurzfristigen Bedarfserhebung ein zusätzlicher Betreuungsbedarf ergeben, sei dieser „abzudecken“. Falls die ermittelten Zahlen über dem Durchschnitt vergangener Jahre liegen, müssten dann zusätzliche Notgruppen eingerichtet werden.
„Wenn es unabweisbar ist, haben wir immer eine Lösung gefunden“, zeigte sich Bürgermeister Klaus Sidortschuk hinsichtlich unbürokratischer Lösungen zuversichtlich. Das sei in den jüngsten Streikwochen immerhin auch gelungen. Er erteilte aber der Alternative eine Absage, dass in städtischen Einrichtungen Eltern ihre Kinder ohne qualifiziertes Personal betreuen könnten. Für die CDU-Fraktion warnte deren Vorsitzender Hans-Joachim Deneke-Jöhrens davor, eine „unrealistische Erwartungshaltung“ bei den Eltern zu erzeugen. Seine Fraktion wolle sich dem „Sowieso“-Antrag aber trotz einiger Bedenken nicht verschließen.