Jäger stehen vor Änderungen

Eine der 77 Mitglieder des Bläsercorps "Das Große Freie", welches sehr zur positiven Wahrnehmung der Jägerschaft im hiesigen Beeich beiträgt, umrahmten die Hegeringversammlung musikalisch. (Foto: Hegering/Ulf Schärling)

Übungsschießen, bleifreie Munition, Schalldämpfer

LEHRTE/SEHNDE (r/kl). Bei ihrer jährlichen Mitgliederversammlung im Gasthaus „Zur Linde“ in Bilm beschäftigten sich die Jäger aus dem Hegering „Das Große Freie“ auch mit den geplanten Veränderungen im Jagdrecht.
Nach einem Entwurf der Regierungskoalition von SPD und Grünen sollen Jäger in Niedersachsen künftig nachweisen, dass sie an einem Übungsschießen teilgenommen haben, wenn sie beunruhigtes oder fliegendes Wild bejagen. Wie dieses Übungsschießen durchzuführen ist, muss aber noch durch eine Verordnung geregelt werden.
In Zukunft soll ein Schießen mit bleihaltiger Munition verboten sein, wobei für alte Waffen noch Übergangsfristen eingeräumt werden sollen. Geplant ist auch, die Verwendung eines Schalldämpfers auf der Jagd zu zulassen. Dadurch soll das Gehör der Jäger und Jagdhunde vor Schäden bewahrt werden. Dass ein Schalldämpfer den Schuss zu einem leisen „Plopp“ reduziert, ist nach Ansicht der Jäger jedoch eine Mär aus den Filmstudios: es werde immer noch ein lauter Knall zu vernehmen sein.
Hegeringleiter Hartmut Scholz aus Lehrte und sein Stellvertreter Jürgen Kollecker aus Höver berichteten den etwa 90 anwesenden Jägern, dass die von der Region Hannover vorgegebenen Abschusspläne beim Rehwild zu 90 Prozent erfüllt wurden und neben einer intensiven Bejagung von Wildschweinen auch Marderhunde und Waschbären effektiver gejagt werden müssen.
Das Schwarzwild verursache Schäden in der Landwirtschaft und sei zusammen mit Füchsen, Mardern, und eben auch Marderhunden und Waschbären, eine Gefahr für andere Wildtiere. Diese Prädatoren, die oft keine natürlichen Feinde hätten und sehr anpassungsfähig seien, könntren den Bestand von Hasen, Fasanen, Rebhühnern und anderen Tieren nachhaltig gefährden.
Immer mehr tauche in den heimischen Revieren auch die Nutria auf. Das auch als Biberratte bezeichnete Nagetier sieht einem Biber sehr ähnlich. Die Nutria lebt auch am Wasser, ist mit etwa 65 Zentimetern aber kleiner und hat einen runden schuppenbedeckten Schwanz.
Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden Otto Warneke aus Sehnde, für intensive Raubwildbejagung Jan Bennwig aus Haimar und als erfolgreiche Hundeführer Manfred Rathmann aus Rethmar sowie Andreas Eckerlin aus Lehrte geehrt.
Einziger Wermutstropfen war das Ausscheiden von Ulla Frank aus Höver, die nach 16 Jahren das Amt der Hundeausbilderin für den Hegering abgab. Noch konnte Hartmut Scholz keine Nachfolge präsentieren.
Dr. Heiner Meyer als Leiter des Jagdhornbläserkorps berichtete von den Erfolgen und positiven Effekten für die Öffentlichkeitswahrnehmung der Jäger durch das Bläserkorps, das derzeit 77 Mitglieder hat, wobei 14 unter 18 Jahre alt sind. Mit den Klängen des Bläserkorps wurde dann auch die Versammlung geschlossen.