Irmgard Santelmann in Sievershausen erhält Medaille „für vorbildliche Dienste um den Nächsten“

Regionspräsident Hauke Jagau, der zwar die Verdienstmedaille samt Urkunde für Irmgard Santelmann mitgebracht, die zusätzlichen Blumen aber in seinem Büro vergessen hatte, lieh sich für die Erinnerungsaufnahme kurzerhand einen Strauß aus. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Regionspräsident überreicht hohe Auszeichnung des Ministerpräsidenten

SIEVERSHAUSEN (hdb). „Wir sind stolz auf Sie!“: Regionspräsident Hauke Jagau hat mit Komplimenten nicht gespart, als er Irmgard Santelmann die eher selten verliehene Medaille „für vorbildliche Dienste um den Nächsten“ überbrachte. Die 83-jährige Sievershäuserin zeigte sich, nicht zuletzt auch durch weitere Lobeshymnen des stellvertretenden Ortsbürgermeisters Armin Hapke, sehr gerührt.
De über Jahrzehnte erbrachten Leistungen der Geehrten und ihre dadurch erworbenen Verdienste für das Gemeinwohl in ihrem Heimatort waren so umfassend und vielseitig, dass bei der Zeremonie mit etwa 50 Gästen im Hotel Fricke ein humoriger Streit darüber entstand, wie viele Jahre ehrenamtlicher Tätigkeiten denn nun zu Buche schlugen.
Der Regionspräsident bezifferte Santelmanns Engagement in verschiedensten Funktionen beim Roten Kreuz, beim Landfrauenverein, im Kirchenvorstand und im Diakonischen Arbeitskreis auf rund vier Jahrzehnte. Hapke, der die Glückwünsche vom Rat, vom Ortsrat und der Stadtverwaltung überbrachte, kam auf „88 Jahre ehrenamtlicher Arbeit – mehr als Ihr Lebensalter.“
Die neue Medaillenträgerin selbst, Mutter von zwei Kindern, fünffache Großmutter und vierfache Urgroßmutter, rechnete vor, „was so alles in ein Leben reinpasst“ – und kam auf sagenhafte 150 Jahre.
„Relativ selten“ werde die niedersächsische Verdienstmedaille verliehen, betonte der Regionspräsident die herausragenden Verdienste der gebürtigen Sievershäuserin, die seit 62 Jahren mit ihrem Mann Otto verheiratet ist. Beide führen noch ihren eigenen Hausstand und verrichten noch Pflegearbeiten in ihrem geliebten Garten, wie eine nächste Verwandte verriet.
Hauke Jagau würdigte auch grundsätzlich die Bedeutung des Ehrenamtes für den Zusammenhalt der Gesellschaft und die „Glückshormone, wenn man was für andere tut“. Besonders hob er Santelmanns großzügige Schenkung ihres inzwischen unbewohnten Elternhauses an den Trägerverein des Antikriegshauses hervor. 1979 war das Fachwerk-Bauernhaus zerlegt und neben der Kirche als Dokumentationsstätte zur Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit wieder aufgebaut worden.
Ein Urteil darüber, ob sie der hohen Auszeichnung würdig sei, wollte Irmgard Santelmann bei ihren Dankesworten ihren ehemaligen Mitstreitern und Mitstreiterinnen, besonders Frau Klages, überlassen. „Ich nehme die Ehrung stellvertretend für alle an, die sich mit größter Selbstverständlichkeit engagieren“, gab sich die Geehrte bescheiden.