Innovative Bau- und Energietechnik im Neubau der Stadtwerke Lehrte

Der acht Millionen teure Neubau der Stadtwerke Lehrte wächst: Bauarbeiter der Firma Depenbrock haben bereits die Deckenplatte für das Ergeschoss gegossen (dieses Übersichtsfoto wurde vom Wasserturm "geschossen"). (Foto: SW Lehrte/Rainer Eberth)

Nach Souterrain bereits zweite Decke über Obergeschoss gegossen

LEHRTE (r/kl). Am Neubau der Stadtwerke Lehrte an der Germaniastraße (gegenüber dem Wasserturm) hat sich im Januar und Februar diesen Jahres einiges getan. Nach dem Kellergeschoss ist nun auch das Erdgeschoss des Bürogebäudes im Rohbau bereits fertiggestellt. Durch den milden Winter konnten die Bauarbeiten zügig voranschreiten.
Ende vergangener Woche wurden die Deckenplatte über dem Erdgeschoss gegossen (auch künftige Büroräume im Souterrain sind bereits "überdacht"). Wenn die Stahlbeton-Decke ausgehärtet ist, kann mit der Montage des ersten Obergeschosses begonnen werden. Wenn dieses fertig ist folgt darauf noch ein zweites Obergeschoss. Das Richtfest soll nach jetziger Planung im April 2014 stattfinden.
Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass bei den Deckenplatten des Bürogebäudes die sogenannte Betonkernaktivierung zum Einsatz kommt. Hierzu werden großflächig und schlangenförmig Plastikrohre in die Stahlbeton-Decken eingegossen durch die später kühles oder warmes Wasser zur Klimatisierung des Gebäudes fließt.
Das Wasser wird mit einer Wärmepumpe aus Erdwärme oder Erdkälte je nach Jahreszeit und Bedarf auf die notwendige Temperatur gebracht. Mit der Betonkernaktivierung erreicht man eine besonders schonende, gleichmäßige, energiesparende und umweltfreundliche Gebäudeklimatisierung.
Die Erdwärme oder Kälte wird aus mehreren rund 100 Meter tiefen Bohrungen gewonnen, in die Kunststoffrohre als Wärme- oder Kälteentzugs-Schlangen abgesenkt werden.
Weitere Besonderheit ist, dass in die Stahlbetondecken sogenannte COBIAX-Bälle aus Kunststoff in großer Zahl mit eingegossen werden.
Nach dem Aushärten des Betons entsteht so innerhalb der Decke eine bienenwabenartige geometrische Struktur mit vielen kugelförmigen Hohlräumen, die das Gewicht der Betondecke drastisch reduziert, die Decke aber trotzdem hochfest macht und ihr eine hohe statische Tragfähigkeit verleiht.
Die Deckenkonstruktion kann so ohne zusätzliche Träger oder Unterzüge große Abstände überspannen. Dies ermöglicht die Trennwände innerhalb eines Geschosses vollständig als Leicht- bzw. Trockenbauwände auszuführen. Dies wiederum lässt eine sehr variable Raumgrößengestaltung zu, die auch später einmal ohne statische Probleme verändert werden kann.
Durch die beschriebene Klimatisierungs- und Bautechnik erhalten die Stadtwerke nach Fertigstellung ein Gebäude mit modernstem Standard, welches durch eine zusätzliche Photovoltaikanlage auf dem Dach künftig mehr Energie erzeugen wird als es selber durch die Nutzung verbraucht (Plusenergiehaus).