Immenser steigern Freude und Beteiligung

Hip Hop nach Königsumzug und Spielmanszug-Konzert? Bei einem echten Volksschützenfest wie in Immensen passt das prima ins Konzept - und bringt ganz anderes "Colors" ins (zum Beben gebrachte) Festzelt . . . (Foto: Walter Klinger)
 
Kann ein fast 110 Jahre altes Dampflokmobil dankbar sein? Die mit einem hohen fünstelligen Spendenbetrag mit neuem Brennrohrsystem, Aufschweißungen und Feuerklappe komplett reparierte "Dampfimme" der "Freunde historischer Fahrzeuge Immensen" jedenfalls ist es! (Foto: Walter Klinger)

Fotoimpressionen vom Volksschützenfest in Immensen

IMMENSEN (kl). Es wird schwieriger, den Standard von Volksfesten zu halten. So fehlte im Immenser Vergnügungspark am vergangenen Wochenende das Kettenkarussell und war das Zelt etwas kleiner. Im Festablauf des Volksschützenfestes aber gab es sonst nur Steigerungen!
Volksschützenfest ist auch, wenn die Böversten Wichtiges einmal vor mehreren hundert Einwohnern mitteilen können. Der Lehrter Bürgermeister Klaus Sidortschuk und der Immenser Ortsbürgermeister Falk Kothe nutzten vor 200 (!, Schützenchef Bernd Götting hat sie gezählt) Teilnehmer/innen des Königsessen die Gelegenheit, vor vollem Haus für die Beteiligung und Mitarbeit der Bürger an der Ausgestaltung der Pläne zur Dorfentwicklung zu werben.
Dabei sei zwar nicht sicher, dass die Dorfregion mit Arpke und Sievershausen schon nächstes Jahr in die Förderung komme, doch sei dies der richtige Weg - auch, um Fördermöglichkeiten zu erschließen. Auch im Schützenausmarsch wurden Defizite in Immensen beklagt. Die Bierpumpen hatten an ihrem Festwagen den Protest darüber plakatiert, dass in einer Gaststätte noch ein guter Rutsch gewünscht wurde, sie im neuen Jahr aber ohne Ankündigung bereits geschlossen war.
"Scheuers Hof" war das jedenfalls nicht, denn dessen Wirt Tim Dralle erhielt für das Königsessen wieder viel Lob. So gestärkt, gab es im geselligen Zelt gleich auch neue Vorschläge für die Gemeinschaft. Wenn die Volksbank schließt, so bot beispielsweise Klaus Deiters dem Ortsbürgermeister an, könnte ein Geldautomat zur Bargeldversorgung doch in "sein" Altenheim. Andere denken da schon an einen Hofladen. Wobei der Ortsrat den Wunsch nach einem Supermarkt noch nicht aufgegeben hat.
Es gab also viel zu bereden beim Volksschützenfest Immensen. Bei dem die Schützen auch überörtlich gute Gemeinschaft zeigten. Drei Spielmannszüge (SG Burgdorf, BSG Lehrte und Immensen) intonierten so als gemeinsames Stück den "Mars der Medici". Und zeigten bei ihrem Konzert, dass sie auch Partyhits wiedergeben können. Dass danach Hip Hop von den MTV-"Colors" (die jugendlichen Tanzkinder) das Zelt zum beben brachte, passt beim Immenser Fest mit seinen zahlreichen spontanen Einlagen durchaus ins Bild und zeigt: in dieses Fest sind alle integriert.
Unterhaltsame Moderation, zwischendurch immer wieder Aktion wie Polonäsen und gesanglicher Runden-Dank auch der anderen Vereine (vorweg die Feuerwehr mit ihrem Volkskönig Dirk Heidemüller) - es nimmt nicht wunder, dass alle Veranstaltungen im Zelt mehr Publikum hatten als in den Vorjahren.
Und natürlich muss ein Volksschützenfest der Ort für Besonderes sein. So hätten die "Freunde historischer Fahrzeuge" Immensen die MARKTSPIEGEL-Titelseite bekommen können, denn ihr über 110 Jahre altes Dampflokomobil "Dampfimme" konnte mit einer hohen fünfstelligen Spendensumme aus der Bevölkerung erfolgreich repariert werden. Doch sie verfügten eine Nachrichtensperre: "Erst wollen wir mit dem Danke-Plakat beim Schützenfest durch den Ort gehen," so der Vereinsvorsitzende Thorsten Kochannek. Genau so muss es sein, ein Volksschützenfest. Und das mit der Titelseite bekommen wir zum diesjährigen Dreschefest auch noch hin . . .
Nur die in die Kreisliga aufgestiegenen MTV-Fußballer hatten das Schützenfest nicht eingeplant, nur zwei von ihnen marschierten mit aus. Dafür aber um so mehr Handballer zu derem 40-jährigen Bestehen. Es regelt sich also ales bei einem Volksschützenfest, wenn dieses nur mit den Veränderungen im Dorf mithält . . .