Im „Eulennest“ in Lehrte geben sich Harry Potter und Pippi Langstrumpf ein Stelldichein

Tom (von links), Nurin, Hannah und Cedrik waren die ersten Kinder, die in der sanierten Schulbücherei stöbern durften. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Kath. St. Bernward-Schule |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Mit viel Elternengagement und städtischer Unterstützung wird Schulbücherei saniert

LEHRTE (hdb) Der Drittklässler Tom greift zielsicher zu Harry Potter, sein gleichaltriger Kumpel Cedrik schnappt sich „Das geheime Dinoversium“: Die beiden Jungen der St. Bernward-Grundschule waren die Ersten, die in der von Grund auf sanierten Bücherei auf Entdeckungstour gehen durften. Alle 160 Kinder können das künftig jeweils donnerstags in der großen Pause nachholen.
„Heute darf jede Klasse mal rein“, versprach Schulleiterin Melanie Thorey bei der offiziellen Wiedereröffnung des „Eulennestes“ im ersten Stock des Schulgebäudes an der Feldstraße. Dort war die Bücherecke vor mehr als 20 Jahren eingerichtet worden – und schleichend in die Jahre gekommen.
Gemütlich, beschrieb Thorey den Abwärtstrend bei den Besucherzahlen, war das ehemalige Klassenzimmer schon längst nicht mehr, weil die ursprünglich gemütlichen, dann nur noch verstaubten Sitzkissen entfernt wurden.
Ersatz fehlte auch bei der Einweihung noch. Doch die Stadt hat das Projekt mit immerhin 3 000 Euro unterstützt. Davon wurde bereits ein neuer Teppich verlegt und die künftigen Sitzpolster bestellt. Die weitere Ausstattung mit neuen Regalen und einer kräftigen Aufstockung der Bücherauswahl ermöglichten der Schulelternrat und der Förderverein durch eine vierstellige Spende.
Auch der Erlös aus der 125-Jahrfeier der Schule wanderte in den Spendentopf. Durch besonderen Einsatz zeichneten sich laut Schulleiterin die Familien Scheuer und Gruber aus. Mit weiterer Unterstützung aus der Elternschaft wurden die etwa 300 Neuanschaffungen von insgesamt 1.200 Büchern mit Etiketten versehen und Leseausweise erstellt. Damit können die 160 Grundschüler nun jeden Donnerstag Lesestoff für bis zu zwei Wochen ausleihen.
Viele Kinder, berichtete Thorey aus Erfahrung, würden in einer wöchentlichen Lesestunde bereits eine Vorauswahl treffen – anders wäre der erhoffte Andrang wohl auch nicht von den helfenden Eltern zu bewältigen. Immerhin hilft dabei künftig ein neu installierter Computer.
Aus Anlass der Neueröffnung der Schulbücherei war die Kinderbuchautorin und Illustratorin Meike Haberstock aus dem Münsterland eingeladen worden. Sie wurde von ihren kleinen Gästen begrüßt mit dem Lied „Alle Kinder lernen lesen, Indianer und Chinesen“. Die Mutter von drei Kindern unterhielt ihre Zuhörerschar mit Auszügen aus ihrem Buch „Nur Mut, Anton“.