"HelpAge"-Ausstellung in der Volksbank Lehrte beeindruckt mit Fotos und Fakten

Die Besucher der Ausstellung zeigten sich beeindruckt von den Fotos, für die Antonio Olmos mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet wurde. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Hauptstelle Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - „Schuften bis zum Umfallen“ macht auf Altersarmut aufmerksam

LEHRTE (hdb). Die großen Farbfotos von alten Menschen ziehen den Betrachter sofort in seinen Bann: "HelpAge" Deutschland und der Stadt Lehrte ist eine Ausstellung zu verdanken, für die die Volksbank eG ihren repräsentativen Raum gleich neben dem Haupteingang zur Verfügung gestellt hat. „Schuften bis zum Umfallen“ ist allerdings nur bis kurze Zeit zu sehen.
Lulu Madina aus Uganda ist 61 Jahre alt, verwitwete Bäuerin und Großmutter von 15 Enkelkindern – unter ihnen einige Aids-Waisen -, für deren Lebensunterhalt sie verantwortlich ist. „Manchmal habe ich zu wenig Geld, um Essen zu kaufen. Eine Rente würde unser Leben leichter machen“, wird die vom Leben gezeichnete Frau auf einer Tafel neben ihrem Foto zitiert.
Eine Basisrente oder eine Altersversorgung nach europäischem Vorbild gibt es in den meisten Entwicklungsländern nicht. 64 Prozent der älteren Menschen in Ländern wie Uganda, Peru oder Bangladesch sind bettelarm, wie Michael Bünte, Geschäftsführer von "HelpAge" Deutschland, bei der ersten Vernissage dieses Jahres vor etwa einem Dutzend Besucher erläuterte.
Volksbank-Repräsentant Andreas Heger konnte außerdem Lehrtes Sozialdezernenten Uwe Bee, Jürgen Witzmann als Vorsitzenden des Präventionsrates und dessen Geschäftsführer Claus-Volker Fink begrüßen. Dieser umschrieb den Zweck dieser Ausstellung mit den Worten: „Die Lehrter Senioren, die gut abgesichert sind, sollen erfahren, wie es woanders aussieht.“
Und das machen die Fotos von Antonio Olmos (London) und Begleittexte an unterschiedlichen Beispielen beklemmend deutlich. Ob der 73-jährigen Steinbrecher Sulam Mohammad, die 70-jährige Kettenmacherin Mabia, die 85-jährige Peruanerin Gregoria Zevallos Quispe oder der 70 Jahre alte Gebäudereiniger Ernest Baluku aus Uganda – sie alle müssen bis ins hohe Alter „schuften bis zum Umfallen“, um den schmalen Lebensunterhalt für sich und ihre Angehörigen halbwegs finanzieren zu könne.
"HelpAge" möchte mit der Ausstellung auf die schwierige Arbeits- und Lebenssituation von etwa 80 Prozent der Landbevölkerung in den Entwicklungsländern aufmerksam machen. Die Organisation mit ihrem Schirmherrn Henning Scherf kann laut Michael Bünte immerhin als Teilerfolg verbuchen, dass inzwischen etwa 100 Länder das System einer sozialen Rente eingeführt haben.
Die Fotoausstellung ist bis zum 12. Februar während der Öffnungszeiten der Volksbank am August-Bödecker-Platz (EKZ "Zuckerfabrik") geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei.