Heimatradtour Ahlten verweilte auch am Heiligenschein des „Cementario Espanol“

Die heimatkundlichen Radler aus Ahlten auf der Suche nach dem Heiligenschein am Cementario Espanol. (Foto: Verein Lebendiges Ahlten)

Mehr als 30 Radler erkundeten die nördliche Gemarkungsgrenzen der Ortschaft

AHLTEN (r/kl). Nachdem der Verein "Lebendiges Ahlten" vor zwei Jahren die südliche Gemarkung der Ortschaft befahren hat, galt es nun, auf einer Radtour den Norden zu erkunden.
Insgesamt 33 rüstige Radler aller Altersgruppen, unter ihnen auch der zehnjährige Sven mit seiner Mutter und Großeltern, hatten sich weder von der großen Hitze noch von dem teilweise etwas schwierigen Gelände abhalten lassen, mit der Gruppe zu fahren.
Sie haben es nicht bereut, denn selbst alteingesessene Ahltener konnten bisher noch unbekannte Orte kennen lernen und Neues erfahren.
Hans-Henning Brandes, Erforscher der Heimatgeschichte, und Landwirt Hans-Heinrich Prüße vom Landvolk Ahlten hatten viel Wissenswertes zusammen getragen, das sie an insgesamt 10 Haltepunkten auf der 20 km langen Strecke zum Besten gaben. Dabei ging es nicht nur um historische Fakten, sondern nicht selten auch um Mutmaßungen, weil manche Geschichte nur auf mündlichen Überlieferungen beruht. Dies wurde besonders deutlich an den verschiedenen Versionen der Sage vom Spanischen Friedhof, auch wenn sich alle um denselben Kern ranken.
Im Seckbruch, an der Grenze zu Misburg, erläuterte Hans-Heinrich Prüße die geologische Besonderheit dieser Flächen, die einige Meter unter dem Niveau der übrigen Ortschaft liegen und sogar ein besonderes Klima aufweisen, das, ebenso wie der moorige und bei Trockenheit flüchtige Boden, bei der Bewirtschaftung berücksichtigt werden muss.
Im weiteren Verlauf zeigte sich alsbald die Schwierigkeit, den Grenzverlauf genau abzufahren, denn dort trennt heute die A2 die Gemarkung. Um sie zu überwinden, war ein Umweg über Misburg erforderlich, wo über die Brücke im Bereich des Sonnensees die alte Heerstraße nördlich der Autobahn erreicht wurde.
Wegemarken und weitere Haltepunkte waren verschiedene Grenzsteine im Ahltener Wald, an denen es immer wieder Interessantes zu erfahren gab.
So kam eine kleine Anhöhe auf der Heerstraße wohl zu dem imposanten Namen „Grauberg“, weil die Fuhrleute diese Stelle wegen der häufigen Überfälle nur mit Grauen befuhren.
An einem - trotz der Nähe zum Autobahnkreuz – sehr idyllischen Waldsee gab es eine ausgiebige Rast. Dabei waren die von Vereinsmitglied Wilhelm Kost mit seinem Oldtimer-Treckergespann in den Wald gebrachten kühlen Erfrischungsgetränke angesichts der hohen Temperaturen höchst willkommen.
An der letzten Station, einem fast zugewachsenen Weiher an der Straße nach Kolshorn, wusste Hans-Henning Brandes noch eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. Danach ist in den Wirren des 30-jährigen Krieges in diesem Tümpel ein spanischer Pfarrer auf der Flucht vor einheimischen Bauern versunken. Was jedoch nicht unterging, war sein Heiligenschein. Dieser verweilt seitdem auf dem Teich und manchmal im Frühjahr kann man ihn noch heute sehen, den Heiligenschein am „Cementario Espanol“.
Näheres hierzu kann man im internet unter www.honigmann-ag.de/espanol.html erfahren.