Heimatbund-Ortsgruppe Arpke feiert 50-jähriges Bestehen

Der Vorsitzende Eberhard Kötteritzsch (rechts) überreicht seinem Amtsvorgänger, Ehrenmitglied Heiner Stahlhut (von links) und dessen Frau Helga sowie Sigrid Klußmann und Marga Elbracht als Gründungsmitglieder Blumensträuße für ihre 50-jährige Mitgliedschaft in der Heimatbund-Ortsgruppe Arpke. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Zum 50-jährigen Bestehen gratulierte auch der Vorsitzende des Heimatbunds Niedersachsen, Heinz-Siegfried Strelow (stehend), mit einer Flasche Rotspon aus Hannover. (Foto: Susanna Veenhuis)

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Dringender Appell: Verschwundene Chronikunterlagen bitte zurückgeben!

LEHRTE-ARPKE (sv). Dass die beiden Tonkuhlen Gelbe und Rauhe Riede heute nicht mit giftigem Bauschutt aufgefüllt worden sind, verdanken die Arpker und Immenser auch dem Einsatz der Heimatbund-Ortsgruppe Arpke, die gegen die Verfüllung angegangen ist. Diesen und andere Verdienste um das Gemeinwesen ließ der Arpker Ortsbürgermeister Klaus Schulz bei seiner Ansprache zum 50-jährigen Bestehen der Heimatbund-Gruppe nicht unerwähnt.
Während sich das Storchenpaar im Horst über dem Kirchendach einer gründlichen Pflege des Federkleids widmete, versammelten sich zu Füßen der Kirche im benachbarten Gasthaus Braul gut 50 der insgesamt 84 Mitglieder der Heimatbund-Gruppe, um bei belegten Broten und diversen Kaltgetränken das Jubiläum zu feiern. 1965 unter dem Vorsitz von Hermann Kottenkamp mit 40 Mitgliedern gegründet, zählt der Ortsverband aktuell 84 Mitstreiter. Vorsitzender ist seit 2014 Eberhard Kötteritzsch.
Seinem Vorgänger und Mitbegründer der Heimatbund-Ortsgruppe Arpke, Ehrenmitglied Heiner Stahlhut, konnte Kötteritzsch bei der Jubiläumsfeier auch gleich zur 50-jährigen Mitgliedschaft gratulieren. Stahlhut, unter anderem Fachmann für die plattdeutsche Sprache und Organisator entsprechender Klön-Nachmittage, hatte 40 von den 50 Jahren seit Gründung den Vorsitz der Ortsgruppe inne. Mit ihm zusammen wurden auch seine Frau Helga, Marga Elbracht und Sigrid Klußmann als Gründungsmitglieder für 50-jährige Zugehörigkeit geehrt.
Mit einer Flasche hannoverscher Rotspon und einer Anekdote um die Schlacht von Waterloo beglückwünschte der Vorsitzende des Heimatbunds Niedersachsen, Heinz-Siegfried Strelow, die Arpker zum Jubiläum. Er verriet, dass er seit Februar genauso alt ist wie die Ortsgruppe.
Ortsbürgermeister Schulz gratulierte gleich zweimal, auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, die seit 2011 ebenfalls im so genannten „Bähren Eck“ in der Teichstraße 1 logiert, wo der Heimatbund nach aufwändigen Renovierungsarbeiten seit 1997 seine Heimatstube betreibt.
Stahlhut erinnerte in seiner knapp gefassten Rückblick an den eigens zum 25-jährigen Bestehen der Heimatbund-Gruppe herausgebrachten Poststempel und lud zum Besuch und zur Mitarbeit ein. Die Heimatbund-Ortsgruppe Arpke trifft sich jeden zweiten Donnerstag um 15 Uhr in der Heimatstube in der Teichstraße 1, Interessenten sind willkommen.
Großes hat der Bund 2016 vor: Dann feiert das Dorf Arpke seinen 850. Geburtstag. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde der Ort 1250, aber der Arpker Ortschronist Erhard Strelow hatte herausgefunden, dass der Ort unter der alten Bezeichnung „Arebeke“ bereits innnerhalb einer Schrift von 1166 auftaucht. Im Zusammenhang mit einem Grundstücksstreit wurde damals eine so genannte Kaltwasserprobe an einem Probanden vorgenommen.
Das heißt, der vermeintlich Schuldige oder mit dem Teufel Verbündete wurde gefesselt in kaltes Wasser geworfen. Ging er nicht unter, stieß ihn das „reine“ Wasser ab und seine Schuld galt als erwiesen. Ging er unter, starb er zwar ebenfalls, ging aber als reine Seele in das Reich Gottes ein.
In jedem Fall war seinerzeit das westlich von Wolfenbüttel gelegene Kloster Steterburg Sieger in dem zweifelhaften Gerichtsverfahren, dem das Land des Angeklagten zugesprochen wurde.
Im Zusammenhang mit der Erarbeitung der Chronik ist der Arpker Gruppe ein wichtiger Ordner, teilweise mit Original-Unterlagen, abhanden gekommen. Der Ortsverband appelliert an den Finder, diese wertvollen historischen Zeugnisse und Recherchen zurück zu geben.