Gymnasium Lehrte und Lycée Flaubert pflegen regelmäßigen Schüleraustausch

Die gastgebenden Gymnasiasten begrüßten ihre französischen Altersgenossen und deren Delegation herzlich mit „Bienvenue à Lehrte“. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - 40 Jahre Schulpartnerschaft mit Rouen wurde gebührend gefeiert

LEHRTE (hdb). Eine offizielle Städtepartnerschaft mit einer französischen Kommune besteht seit 50 Jahren mit Vanves bei Paris. Auf exakt 40 Jahre Schüleraustausch bringt es hingegen das Lehrter Gymnasium - allerdings mit dem Lycée Flaubert in der nordfranzösischen Hafenstadt Rouen. Das nahmen Gastgeber und Gäste zum Anlass für eine Festveranstaltung.
In der Mensa hatte sich am Sonnabendmorgen um neun Uhr nicht nur die Gründerväter der Schulpartnerschaft, Hartmut Michael und Michel Hatay, sondern mit Ex-Verwaltungschefin Jutta Voß, dem aktuellen stellvertretenden Bürgermeister Hermann Hoffmann und Schulamtsleiter Eckhard Otto auch kommunalpolitische Prominenz eingefunden. Neben 24 Jugendlichen aus Rouen, die Lehrte gerade einen siebentägigen Besuch abstatten, konnte Schulleiterin Silke Brandes auch ihren französischen Kollegen Philippe Depoilly begrüßen.
Seit der inzwischen pensionierte Französisch-Lehrer Hartmut Michael die ersten Kontakte mit dem Gymnasium in der nordfranzösischen Hafenstadt geknüpft hat - und auf Rouen stieß, weil Vanves kein Interesse bekundete -, haben etwa jeweils rund 1.000 Jugendliche die Chance genutzt, die jeweils andere Kultur des Nachbarlandes kennenzulernen. Michael und sein Kollege Hatay erinnerten in einem launigen Dialog an die Entstehungsgeschichte von dem ersten Besuch französischer Schüler 1973 in Lehrte bis in die Gegenwart.
Silke Brandes animierte das Publikum nicht nur zum gemeinsamen, zweisprachigen Singen des bekannten Kanons „Frère Jaques“, sondern dankte den Lehrter Pädagoginnen Lea Mittelstädt und Susanne Hilmer-Anke für die Organisation der Festveranstaltung und ihren derzeitigen Einsatz um die Schulpartnerschaft. Dieser trage zum Erhalt des Friedens bei und schlage eine Brücke von der staatsmännischen auf die lokale Ebene.
Schulleiter Philippe Depoilly dankte mit Gastgeschenken in Buch- und Bildform, zum Beispiel vom Justizpalast in Rouen. „Den schaue ich mir gern mal in der Realität an“, sagte Brandes ihren erstmaligen Besuch in der Normandie zu. Für die Stadt Lehrte lobte Hermann Hoffmann die langjährige Schulpartnerschaft als „wesentliche Bereicherung des kulturellen Lebens“. Aus eigener Anschauung wisse er, dass die Jugendlichen von dem Austausch auch im späteren Berufsleben profitierten.