Gymnasium Lehrte ausbauen, Schulstandort Hämelerwald schließen

Die Schulentwicklung in Lehrte ist bereits länger umstritten. Die oppositionelle CDU (hier ihr Nachwuchs bei einer Aktion 2016 vor dem Schulzentrum Hämelerwald) votiert für die IGS ganz in Lehrte und gegen die Schließung des Schulstandortes Hämelerwald. Wenigstens in dieser Fragen dürften auch die beiden Hämelerwalder Ratsmitglieder nicht mit der Ratsmehrheit stimmen. (Foto: Archiv/JU Lehrte)
Lehrte: IGS Lehrte/Schule am Ried Hämelerwald |

Ratsmehrheit: IGS soll ganz nach Lehrte - "Aus" für die Hauptschule Lehrte

LEHRTE (r/kl). Die Mehrheit des im Lehrter Stadtrat aus der SPD, den Grünen und der Linken hat einen Antrag an den Stadtrat zur Neuausrichtung der weiterführenden Zu ihrem Antrag erläutert die Ratsmehrheit:
"Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen (Wiedereinführung G9, Wegfall der Schullaufbahnempfehlung) sind seit zwei Jahren Verschiebungen im Anwahlverhalten zu den weiterführenden Schulen zu beobachten. Diese spiegeln sich in den Schülerstatistiken 2015/16 und 2016/17 bereits wider. Die Elternbefragung 2017 bestätigt den unterliegenden Trend. Insbesondere ist eine 7-zügige IGS mit zwei Standorten nicht mehr darstellbar.
Vor diesem Hintergrund ist eine Neuausrichtung der Schullandschaft für weiterführende Schulen in Lehrte geboten".
Die Ratsgruppe der drei Parteien fordert in ihrem Antrag:

1. Gymnasium
Für die Sekundarstufe I am Gymnasium am Standort Lehrte-Mitte wird eine durchgängige 6-Zügigkeit erwartet. Bei besonders geburtenstarken Jahrgängen von Lehrter Schülerinnen und Schülern kann es vereinzelt auch zu einer 7-Zügigkeit in den Klassen 5 und 6 kommen.
Die Verwaltung wird beauftragt, auf der Grundlage eines mit der Schulleitung abgestimmten Raumprogramms die notwendigen Erweiterungs- und Umbauten zu planen und Mittel in den Haushalt 2018 sowie die Finanzplanung bis 2021 einzustellen. Fördermittel des Landes und des Bundes (zum Beispiel für bauliche Maßnahmen im Rahmen der Inklusion) sind einzubeziehen.
Die Baumaßnahmen und Infrastrukturmaßnahmen sind bis zum Beginn des Schuljahres 2020/21 abzuschließen.

2. IGS Lehrte
Der Sitz der IGS Lehrte wird an den Standort Lehrte-Süd verlegt. Die Einschulung des
5. Jahrgangs zum Schuljahr 2018/19 und in den Folgejahren findet in Lehrte-Süd statt. Die IGS Oberstufe wird am Standort Lehrte-Süd fortgeführt. Die hierfür notwendigen Anträge an die Landesschulbehörde werden rechtzeitig bis zum 1. Dezember 2017 gestellt.
Für die Zeitspanne bis zum vollständigen Aufwachsen der IGS Sekundarstufe I in Lehrte-Süd wird ein mit der Schulleitung abgestimmter Übergangsplan für den Standort Hämelerwald unter Beachtung pädagogischer, schulorganisatorischer und sächlicher Voraussetzungen erarbeitet. In der Konsequenz wird der Standort Hämelerwald für eine weiterführende Schule in der Zukunft nicht mehr genutzt.

3. Realschule
Die Realschule wird am Standort Lehrte-Süd fortgeführt. Eine Vertiefung der bereits
bestehenden Zusammenarbeit mit der IGS im Hinblick auf die IGS Oberstufe wird erwartet.

4. Hauptschule
Der Ratsbeschluss vom 26. März 2014 wird bestätigt. Die Hauptschule wird somit auswachsend ab dem Schuljahr 2018/19 aufgehoben. Ein entsprechender Antrag an die Landesschulbehörde ist rechtzeitig zu stellen.

5. Schulzentrum Lehrte-Süd
Die Beschlüsse zu den Ziffern 2, 3 und 4 führen zu erheblichen Raum- und
Infrastrukturbedarfen in Lehrte-Süd.
Der Rat der Stadt Lehrte erwartet bei der Planung der notwendigen Maßnahmen die
Anwendung der Prinzipien der Flexibilität (das heißt flexible Nutzungsmöglichkeit für IGS und Realschule), der Skalierbarkeit (das heißt bei Bedarf erweiterbare Baukörper wie zum Beispiel Mensa) und der Wirtschaftlichkeit (zum Beispiel Weiternutzung vorhandener Infrastruktur, unter anderen Räume der Berthold Otto Schule).
Förderprogramme des Landes und des Bundes sind nach Möglichkeit (zum Beispiel für Inklusion) in Anspruch zu nehmen.

Die Verwaltung wird beauftragt, auf der Grundlage eines mit den Schulleitungen
abgestimmten Raumprogramms die notwendigen Erweiterungs- und Umbauten zu planen und Mittel in den Haushalt 2018 und die Finanzplanung bis 2021 einzustellen sowie Finanzbedarfe nach 2021 zu ermitteln.
Die Verwaltung wird beauftragt, bis zum Schuljahresbeginn 2018/19 eine räumliche Lösung für den IGS Mensabetrieb zu finden.
Eine mündliche Begründung für ihren Antrag will die Mehrheitsgruppe im Rat bei der erstmaligen Beratung ihres Antrages in einer Sondersitzung des Schulausschusses am Dienstag, 13. Juni, ab 20.00 Uhr angestrebt. Die Leitungen der weiterführenden Schulen und der Sprecher des Stadtelternrates sind laut Mehrheitsgruppe bereits vorab über diesen Antrag informiert worden.