Grußwort zum Jahreswechsel

Klaus Sidortschuk, Bürgermeister der Stadt Lehrte. (Foto: Stadt Lehrte)

Von Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk

Liebe Lehrterinnen und Lehrter,

„Ein Jahr zählt mit so vielen Tagen, wie man genutzt hat.“ (George Bernard Shaw)
Und wie schnell sich das Jahr 2016 dem Ende zuneigt, zeigt, wie viel jeder von uns geleistet und erlebt hat.
Aus diesem Grund wünsche ich Ihnen während der Feiertage ein wenig Ruhe und Zeit für Dinge, zu denen Sie im Alltag vielleicht nicht kommen. Nehmen Sie sich so viel Zeit wie möglich für Ihre Familie, Ihre Freunde und auch für sich selbst.
366 Tage sind bald vergangen – traditionell schaue ich zurück auf das, was war und wage eine Vorschau. Das Jahr 2016 war für die Stadt Lehrte und damit für uns alle sehr ereignisreich.
Meinen Rückblick beginnen möchte ich mit einem Thema, das nicht nur die Stadt Lehrte, sondern ganz Niedersachsen bewegt hat. Die Kommunalwahlen im September haben in den politischen Gremien Veränderungen nach sich gezogen. In den Rat der Stadt Lehrte haben die Bürgerinnen und Bürger insgesamt sieben Parteien und über 40 Prozent neue Mitglieder gewählt.
An dieser Stelle bedanke ich mich bei den ausgeschiedenen Ratsfrauen und Ratsherren für ihren Einsatz zum Wohle aller hier lebenden Menschen. Alle gewählten Vertreterinnen und Vertreter tragen eine große Verantwortung im Sinne unserer freiheitlichen und demokratischen Grundordnung, welche niemals als Selbstverständlichkeit angesehen werden darf.
Die obersten Werteprinzipien wie freie Wahlen, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit und garantierte Menschenrechte sind unser höchstes Gut.
Wie schlecht die Verhältnisse in anderen Ländern sind, hat uns die Flüchtlingswelle 2015 und 2016 gezeigt. Die Herausforderung, für hunderte Menschen kurzfristig Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, haben wir gemeistert.
In Anwohnerversammlungen wurde in diesem Jahr unter anderem über die Eröffnung der zweiten Gemeinschaftsunterkunft in der Everner Straße sowie über entstehende Wohneinheiten in der Tiefe Straße und in der Hannoversche Straße in Ahlten berichtet. Die Letztgenannte ist seit Kurzem bezugsfähig, sodass nach und nach alle Flüchtlinge aus den Gemeinschaftsunterkünften ziehen können.
Besonders danken möchte ich allen Beteiligten, die haupt- und ehrenamtlich helfen, unsere neuen Einwohnerinnen und Einwohner zu integrieren. Diese große Aufgabe wird uns in den nächsten Jahren beschäftigen und gelingt nur gemeinsam – Hand in Hand!
Um auf die Flüchtlingsunterbringungen flexibel eingehen zu können, beschloss der Rat der Stadt Lehrte zu Beginn des Jahres die Verschiebung einiger Investitionen. Vor Herausforderungen stellte uns wenige Wochen danach ein Gewerbewerbesteuereinbruch, der den erwähnenswerten Überschuss des Haushaltsjahres 2015 schmälerte, aber vor allem eine Haushaltssperre unumgänglich machte.
Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung und der verträglichen Einsparungen in einigen Bereichen konnte der Einbruch weitestgehend ausgeglichen werden. Nichts desto trotz wird die Aufstellung eines soliden Haushaltsplanes für das Jahr 2017 in den nächsten Wochen Priorität haben.
Große Investitionen stehen in den nächsten Jahren auf der Agenda. Neben dem Bau der neuen Feuerwache wird uns auch die Schulentwicklungsplanung weiterhin beschäftigen. Eine Elternbefragung soll einen Einblick zum voraussichtlichen Anmeldeverhalten beim Übergang in die 5. Klassen geben, damit an der richtigen Stelle investiert wird.
Derzeit sind sowohl die Räumlichkeiten im Schulzentrum Lehrte-Mitte als auch im Schulzentrum Lehrte-Süd knapp. In diesem Jahr konnten die Hauptschule Lehrte und die Grundschule Lehrte-Süd ihr 20-jähriges Jubiläum feiern. Das Gebäude der Albert-Schweitzer-Schule wurde 60 Jahre alt.
Lehrte ist und bleibt eine familienfreundliche Stadt. Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden stetig bedarfsgerecht erweitert. Im Jahr 2016 wurden in den Kindertagesstätten Drosselweg und Hämelerwald Räume für neue Krippengruppen angebaut und eine zusätzliche Nachmittagsgruppe in der Kindertagesstätte Hohnhorstweg installiert.
Neu aufgelegt wurde die Tagespflege- und Kindertagesstättenbedarfsplanung. In diesem Zusammenhang hat der Rat der Stadt Lehrte die Erarbeitung eines Rahmenkonzeptes zur Zusammenarbeit von offener Ganztagsgrundschule und sonstigen nachschulischen Betreuungsangeboten (z.B. Hort) zur Verbesserung der Versorgung von Schulkindern beschlossen.
In Lehrter Kindertagesstätten werden inzwischen 38 Prozent der Kinder in Ganztagsgruppen betreut und viele diese Kinder werden auch im Grundschulalter nachmittags umsorgt werden müssen.
2016 konnten jeweils für ein Jahr befristet zusätzliche Hortgruppen im Schulpark Lehrte-Süd und in Hämelerwald eingerichtet werden. Um dem Bedarf auf Dauer gerecht werden zu können, beschäftigt sich eine Projektgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern von Schulen, Horten und Verwaltung damit, wie Ganztagsschulen mit ergänzender Nachmittagsbetreuung attraktiv gestaltet werden können, damit ein insgesamt noch besseres Nachmittagsangebot für Ihre Kinder gemacht werden kann.
Ein weiteres Thema sind die städtebaulichen Veränderungen Lehrtes. Im Jahr 2016 wurde das neue Parkhaus eingeweiht und das Richtfest des Quartiers 16 gefeiert. Besonders freue ich mich, dass ich das Neubaugebiet Kirchlahe-Süd freigeben durfte.
Dass weitere Wohnungen und Grundstücke für Eigenheime benötigt werden, ist kein Geheimnis. Deshalb wurden in diesem Jahr „Startschüsse“ für Baugebiete in Ahlten, Arpke und der Kernstadt gegeben. Dies ist ein Ergebnis des gemeinsam mit Lehrter Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich erarbeiteten Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK).
Loben möchte ich die konstruktive Arbeit der Bürgerinitiativen gegen zunehmenden Bahnlärm. Mit dem Beitritt zum Abschlussprotokoll des sogenannten Dialogforums Schiene-Nord und damit der Empfehlung der Alpha-E-Variante (anstatt der ursprünglich vorgesehenen Y-Trasse) setzt sich auch die Stadt Lehrte u.a. für bestmöglichen Schutz vor Lärm der wachsenden Anzahl von Güterzügen ein.
Deutlich kritisiert hat der Rat der Stadt Lehrte in diesem Jahr mit einer Stellungnahme die erneuerten Pläne der Bahn zur Megahub-Anlage. Der geplante Bau des Terminals für den Umschlag von Gütern zwischen Zügen und Lkws ist das größte Verkehrsprojekt in der Region Hannover, durch das die Menschen in dieser Stadt nicht eingeschränkt werden dürfen.
Für den Erhalt einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur wurden im Jahr 2016 der Ausbau des vierten Abschnitts einer der wichtigsten Nord/Süd-Achsen der Kernstadt, nämlich der Manskestraße, und des westlichen Teils der Goethestraße begonnen.
Neben diesen Themen gibt es zwei ganz unterschiedliche Ereignisse, die für die Stadtentwicklung ebenfalls von herausragender Bedeutung sind. Wir durften im letzten Jahr den beschlossenen Vorrang für Erdkabel für die Stromtrasse „Südlink“ positiv zur Kenntnis nehmen, haben aber stets auch betont, einer bestmöglichen Trassenführung die Zustimmung nicht zu verweigern. Diese verläuft nach dem jetzigen Stand nicht mehr oder kaum noch über das Gebiet der Stadt Lehrte.
Die zweite positive Entwicklung besteht darin, dass die Regionsversammlung im März den Erhalt des KRH Klinikum Lehrte mit einem zusätzlichen Schwerpunkt der Akutgeriatrie beschlossen hat. Eine umfängliche Versorgung von Patientinnen und Patienten vor Ort ist also auch in der Zukunft sichergestellt, was für die Infrastruktur Lehrtes und unserer Nachbarkommunen wesentlich ist. Dafür haben wir in Lehrte uns gemeinsam eingesetzt. Und dieser Einsatz hatte Erfolg!
In diesem kurzen Grußwort kann ich nur einen kleinen Teil der Ereignisse aufgreifen. Ich hoffe, dass uns in den nächsten Tagen etwas Zeit bleibt, an unsere persönlichen Erinnerungen und auch an diejenigen zu denken, die im Jahr 2016 vielleicht weniger Schönes erlebt haben, weil sie krank oder traurig waren oder in Not geraten sind. Ich danke allen, die sich um diese Menschen kümmern oder sich anderweitig - häufig ehrenamtlich - für die Gemeinschaft einsetzen!
Vor uns liegt nun ein neues Jahr mit vielen Hoffnungen und guten Vorsätzen. Ich wünsche Ihnen von Herzen einen schönen und stimmungsvollen Jahreswechsel im Kreise Ihrer Familien und Freunde. Gleichzeitig wünsche ich Ihnen und uns allen einen guten Start in ein aufregendes Jahr 2017, das Ihnen vor allem Gesundheit und persönliches Wohlergehen bringen möge!

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Sidortschuk
Bürgermeister