Grußwort der Stadt Lehrte zum Jahreswechsel 2015/2016

Klaus Sidortschuk, Bürgermeister der Stadt Lehrte. (Foto: Stadt Lehrte)
 
Klaus Sidortschuk, Bürgermeister der Stadt Lehrte. (Foto: Stadt Lehrte)

Liebe Lehrterinnen
und Lehrter,

schon lange steht es im Kalender und doch kommt es für manchen jetzt schnell und vielleicht sogar überraschend daher: das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Ich wünsche Ihnen für die vermeintlich „ruhigeren Tage“ des Jahres die Gelegenheit, inne zu halten und etwas Abstand vom Alltag zu gewinnen.
Diese Zeit soll uns die Chance geben, zurückzuschauen auf das was war und gleichzeitig erste Wünsche und Erwartungen für das kommende Jahr 2016 zu formulieren und vielleicht auch ganz konkrete Pläne zu schmieden.
Für die Stadt Lehrte und damit für alle Lehrterinnen und Lehrter war das Jahr 2015 ein sehr ereignisreiches Jahr. Meinen Rückblick beginnen möchte ich mit einem Thema, das nicht nur die Stadt Lehrte, sondern ganz Europa in besonderer Weise bewegt hat und auch noch eine geraume Zeit begleiten wird: der große Zustrom von Menschen, die bei uns Schutz suchen, der uns vor große Herausforderungen stellt.
Um die Aufnahmequote für die Stadt Lehrte zu erfüllen, musste in diesem Jahr die erste Gemeinschaftsunterkunft auf dem ehemaligen Stadtwerkegelände eingerichtet werden. Es werden weitere folgen, da die Quoten regelmäßig deutlich erhöht werden und der Wohnungsmarkt nahezu erschöpft ist. Uns in Lehrte geht es so, wie allen anderen Kommunen auch: nur durch das riesige Engagement aller Beteiligten in Ehrenamt und Hauptamt können wir diese Herausforderung bisher bewältigen!
Zur weiteren Bewältigung der enormen Aufgabe gehört aber auch, dass die zu uns Kommenden sich auf das Leben in unserem Land einlassen. Und dafür ist die entscheidende Voraussetzung, dass unser Grundgesetz als unumstößliches Fundament unserer Rechtsordnung und damit als Rahmen für unser gesellschaftliches Zusammenleben anerkannt und beachtet wird.
Besonders danken möchte ich allen, die unsere neuen Einwohnerinnen und Einwohner willkommen heißen und auch tatkräftig bei der Integration mithelfen! Dabei geht es um alltägliche Hilfestellungen, das Lehren der deutschen Sprache und viele andere Angebote. All die ehrenamtliche Unterstützung, unter anderem über die Plattform „Lehrte hilft“, ist unersetzlich.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass mit der „Lehrter Erklärung“ bereits im Mai ein Zeichen „für Demokratie, Toleranz und Vielfalt“ gesetzt worden ist. Lassen Sie uns gemeinsam den Weg von der Willkommens- zur Integrationskultur weiter beschreiten.
Viele positive Entwicklungen haben uns durch das Jahr begleitet. Im Sommer konnte die Realschule Lehrte ihr 50-jähriges Jubiläum feiern und die Oberstufe der IGS Lehrte ging an den Start. Somit konnte den Schülerinnen und Schülern des ersten Abschlussjahrganges der IGS nach Klasse zehn die Möglichkeit gegeben werden, an ihrer Schule auch das Abitur zu erreichen.
Für die Einrichtung der Oberstufe und den Umzug der 9. und 10. Klassen in das Schulzentrum Lehrte-Süd waren einige Vorbereitungen und erste Umbaumaßnahmen erforderlich. Allen Beteiligten danke ich für die gute Zusammenarbeit! Stärker präsent im Schulzentrum Lehrte-Süd ist seit diesem Jahr auch die Musikschule Ostkreis Hannover, die nach langer Suche endlich geeignete Räume in der Berthold-Otto-Schule gefunden hat.
Lehrte ist eine kinder- und familienfreundliche Stadt. Auch 2015 wurden die Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgebaut. Eröffnet wurde eine weitere Gruppe des Hortes im Schulpark. Außerdem wurde die Einrichtung der nachschulischen Betreuung in Aligse und der Großtagespflegestellen in Arpke und Hämelerwald unterstützt.
Die immer wieder genannte Mindestanzahl an Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren haben wir in Lehrte bereits übertroffen. Um dem weiter wachsenden Bedarf unserer Eltern gerecht zu werden, laufen bereits Anbaumaßnahmen an den Kindertagesstätten Drosselweg und Hämelerwald zur Schaffung weiterer Krippengruppen.
Ein weiteres wichtiges Thema sind die städtebaulichen Veränderungen Lehrtes. Nachdem das neue Kundenzentrum der Stadtwerke GmbH 2015 bezogen und eingeweiht werden konnte, wurden andere größere Bauvorhaben begonnen, die in der Zukunft sichtbare Veränderungen im Stadtbild zur Folge haben werden: Das neue Parkhaus und das Quartier 16, eine moderne Wohnanlage mit Büro- und Praxiseinheiten auf dem ehemaligen Gelände der Berufsschule. Außerdem freue ich mich, dass wieder Grundstücke für Eigenheime angeboten werden konnten und zwar im Baugebiet „Kirchlahe Süd“ in Sievershausen.
Großprojekte, wie die eben von mir genannten, werden künftig unter Berücksichtigung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) geplant und vorangebracht. Mit dem ISEK, das mit sehr intensiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet wurde, sind wir einen großen Schritt weitergekommen. Darin wurden erstmals die Herausforderungen, Ziele und Maßnahmen der Stadtentwicklung für die Kernstadt und die Ortsteile Lehrtes in einem Gesamtwerk zusammenfasst.
Echte Bürgerbeteiligung wird in Lehrte gelebt. Bei wichtigen Entscheidungen werden grundsätzlich öffentliche Anwohnerversammlungen abgehalten. Alleine in diesem Jahr gab es fünf Veranstaltungen, in denen es um die Unterbringung von Flüchtlingen oder um geplante Straßenausbaumaßnahmen ging. Ich befürworte es ausdrücklich, wenn Sie sich und ihre Ideen einbringen und die Entwicklungen in unserer Stadt kritisch und konstruktiv begleiten.
Eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur stellt einen wesentlichen Standortfaktor dar, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit von Kommunen geht. Im Jahr 2015 wurde der fertige Ausbau der Straße Hinter den langen Höfen in Immensen von Anwohnerinnen und Anwohnern mit einem Hofflohmarkt gefeiert. Von Grund auf saniert werden derzeit auch die Dianastraße und die Straße Am Hühnerbruch in Hämelerwald.
Vorzeitig abgeschlossen wurde der Ausbau des dritten Abschnitts der Manskestraße, eine der wichtigsten Nord/Süd-Achsen der Kernstadt. Der Ausbau des vierten Abschnitts und der westlichen Goethestraße sind in Planung.
Neben diesen Themen gibt es eine Reihe weiterer Ereignisse, die für die Stadtentwicklung ebenfalls von herausragender Bedeutung sind. Ganz aktuell sind die Pläne für den Erhalt des Lehrter Krankenhauses bekannt geworden, welche ich als Bürgermeister ausdrücklich mit der Forderung nach einer zukunftsfähigen Standortstärkung unterstütze. Positiv zur Kenntnis genommen habe ich auch, dass im Deutschen Bundestag für die Stromtrasse „Suedlink“ ein allgemeiner Vorrang für Erdkabel beschlossen worden ist.
Abzuwarten bleibt dagegen die weitere Entwicklung des Baus der Megahub-Anlage und die Berücksichtigung der von der Stadt Lehrte in das Verfahren eingebrachten Forderungen insbesondere hinsichtlich des erforderlichen Lärmschutzes und der verkehrlichen Belastung.
Der Rat der Stadt Lehrte hat gerade den Haushalt für das Jahr 2016 und die Investitionsplanung für die Jahre 2016 bis 2019 für viele wichtige Vorhaben beschlossen. Hervorheben möchte ich den Beginn der Planungen für die neue Feuerwehrwache und der Mensa für das Schulzentrum Lehrte-Süd.
Wir stehen vor großen Herausforderungen, um unsere Stadt für die Zukunft gut aufzustellen und weiterhin gute Bedingungen für das Wohnen und Arbeiten in unserer Stadt bieten zu können. Alle politisch Verantwortlichen müssen sich diesen Herausforderungen stellen und werden das im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger auch tun.
Dieses kurze Grußwort kann nur ein Blitzlicht sein und nicht alle Bereiche anführen, die neben dem Genannten ebenso große Bedeutung haben. Zum Abschluss liegt es mir besonders am Herzen, Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen. Mit welchen Erinnerungen an dieses Jahr auch immer Sie die Feiertage verbringen werden, ich wünsche Ihnen eine ruhige Zeit und einen stimmungsvollen Jahreswechsel im Kreise Ihrer Familien, Freunde und Bekannten.
Vor uns liegt ein spannendes Jahr 2016, das Ihnen vor allem Gesundheit und persönliches Wohlergehen bringen möge! Eins weiß ich sicher: Langweilig wird es uns nicht werden.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Sidortschuk,
Bürgermeister