Grundschüler in Lehrte führen nach einwöchigem Theaterprojekt eigene Version auf

Die Theaterpädagogin Anna Stoß hat mit den Grundschülern die Projektwoche gestaltet. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Eintagsfliege erlebt mit ihren Freunden aufregende Abenteuer . . .

SIEVERSHAUSEN (hdb). Lehrerin Barbara Nemitz gibt ihren Viertklässlern letzte Anweisungen: „In der ersten Szene setzt ihr alle eure Fuchsmasken auf. Und denkt daran - der Fuchs ist der Feind der Hühner!“ Dann gibt Theaterpädagogin Anna Stoß das Startzeichen für die Generalprobe zur Aufführung der abenteuerlichen Geschichte um eine Eintagsfliege.
„Eine Generalprobe ist so, als wäre schon Publikum da“, erklärt die Fachfrau den 80 Mädchen und Jungen an der Grundschule Sievershausen. „Und schön laut sprechen, damit die Zuschauer euch auch verstehen“, ermahnt sie zur Textverständlichkeit. Die wird allerdings auch durch ein Mikrofon verstärkt. Erstaunlich diszipliniert haben die vier Gruppen rechts und links der markierten Spielfläche in der Eingangshalle Platz genommen. Der Hausmeister ist momentan der einzige Zaungast. Einfache Kostüme und selbst gebastelte Masken haben die Kinder in Fliegen, Wildschweine, Hühner und Füchse verwandelt – ein ausgestopftes Exemplar des Meisters Reineke, ausgeliehen von der Grundschule Immensen, gehört ebenso zur Ausstattung wie ein durch blaue Plastiksäcke dargestellter See.
Als Vorlage für die in der Projektwoche entwickelte eigene Stückversion diente die Geschichte „Nur ein Tag“ von Martin Baltscheit.
Der Autor beschreibt darin die Freundschaft zwischen einer Eintagsfliege, einem Fuchs und einem Wildschwein. Diese wollen der Fliege aber nicht die traurige Wahrheit über ihr ach so kurzes Leben verraten, sondern ihr den einzigen Tag zu einem besonders schönen mit gemeinsamen Abenteuern machen. Die Kinder haben während der Probenphase viele kleine Szenen hinzu erfunden, wie die Theaterpädagogin vom Theater für Niedersachsen aus Hildesheim berichtete Und das eigentlich traurige Ende der Eintagsfliege wurde auch leicht abgemildert.
Vor der abschließenden Aufführung vor den Eltern waren tägliche Proben angesagt „mit einem hohen Geräuschpegel“, wie Anna Stoß die besondere Herausforderung mit 80 Grundschülern umschrieb. Sie wurde dabei unterstützt von der Praktikantin Lisa Hellfritz und den Lehrerinnen. Die Zweitklässlerin Nele, eines von 20 Wildschweinen, meinte zusammenfassend: „Das Schönste war, dass wir eine Woche lang keine Hausaufgaben aufbekommen haben und ich nur zwei Sätze lernen musste.“