Großer Bahnhof zur Verabschiedung von Helga Akkermann

Bei der Abschiedsfeier sitzen sie in der ersten Reihe: Laudator Stefan Beutelsbacher (links), Helga Akkermann (rechts) und ihr Nachfolger Carsten Milde. (Foto: Horst-Dieter Brand)
SEHNDE (hdb). Großer Bahnhof für Helga Akkermann: Zu ihrer Verabschiedung in den Ruhestand kamen prominente Landespolitiker wie der Landtagspräsident Bernd Busemann und langjährige Weggefährten wie die früheren Stadtdirektoren Dietrich Vollbrecht und Bernd Henkel. Die Lobeshymnen über die engagierte Pädagogin wollten kein Ende nehmen.
Die offizielle Übergabe der Entlassungsurkunde durch ihren Vorgesetzten Andreas Blasche Hesse von der Niedersächsischen Schulbehörde geriet vor etwa 350 Gästen im Forum der Kooperativen Gesamtschule geriet eher zu einer Randerscheinung. Denn darum herum rankte sich ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit viel Musik, Showeinlagen und Ansprachen. „Wir sind hier wegen der wunderbaren Frau Akkermann“, fassten gleich zu Beginn der mehrstündigen Veranstaltung die beiden jungen Moderatoren Nina Graumüller und Lennart Lesemann den Anlass für die Feier zusammen.
Die begann mit Verspätung, weil der Andrang so groß war – ein unübersehbares Zeichen für die Beliebtheit und Leistung der 60-jährigen Schulleiterin, die den Aufbau und die didaktische Entwicklung der KGS über 18 Jahre hinweg – ab 1997 erst als stellvertretende Direktorin, ab 2001 als Schulleiterin – wie kein anderer maßgeblich mitgestaltet und vorangetrieben hat. Ihr pädagogisches Fingerspitzengefühl, ihr Organisationstalent, ihre Beharrlichkeit und ihr Lächeln zogen sich dann auch wie ein roter Faden durch die Wortbeiträge.
Blasche-Hesse plauderte augenzwinkernd aufschlussreiche Interna aus der Personalakte Akkermanns aus. Der ehemalige Kultusminister Busemann würdigte in seiner Rede „eine der wenigen, in denen ich nicht schwindeln muss“ - die „ganz besondere Atmosphäre an der KGS, die mit Ihnen zu tun haben muss“ und erinnerte an Akkermanns „Visionen und den Traum von einer erlassfreien Schule“.
Den meisten Beifall heimste der CDU-Politiker ein mit seiner Bemerkung: „Es könnte für Schule manchmal gut sein, wenn Politiker mal keine Ideen haben.“
Laudator Stefan Beutelsbacher vom ersten Abiturjahrgang 2004, heute Wirtschaftsredakteur einer überregionalen Zeitung, würdigte in seinem Blick zurück Akkermanns „Energie, Mut und Tatendrang“ und ihre Fähigkeiten, „uns auf Augenhöhe Ratschläge mit leisem Ton und einem Lächeln“ zu erteilen und die Schüler so für ihr ganzes Leben beflügelt und geprägt zu haben. Den Lobeshymnen schloss sich auch Sehndes amtierender Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke an.
„Mein Gott, sie geht jetzt!“ sang als Anleihe beim Musical „My fair Lady“ eine vierköpfige Musiktheater-Gruppe unter Leitung von Doris Herzog und Bettina Griesebach.
Und auch noch: „Wart’s nur ab, liebe Helga, wart’s nur ab – deine Tränen werden fließen nicht zu knapp“. Diese ironische und vom Publikum bejubelte Prophezeiung erfüllte sich dann bei Helga Akkermanns Schlussworten. Nachmittags schloss sich in der Mensa noch eine ausgelassene After-Show-Party an.