"Glaubenssache": Was Damaskus mit Weihnachten zu tun hat

Hanna Dallmeier ist Pastorin in der evangelisch-lutherischen St. Martinsgemeinde Sievershausen. (Foto: privat)

Von Pastorin Hanna Dallmeier, St. Martinskirchengemeinde Sievershausen

Aus Damaskus kommen sie, sagen sie mir bei unserer ersten Begegnung. Aus der ehemals florierenden Metropole – und mir gehen Bilder von Luftangriffen durch den Kopf.
Eine Familie mit sechs Kindern, der Jüngste zehn, der Älteste schon Student. Sie haben einige Orte gesehen in Deutschland: Friedland. Aber auch Berlin – da wären sie gern geblieben, denn es erinnerte sie an ihr Zuhause: Die vielen Menschen, pulsierendes Leben . . .
Und nun Sievershausen. Dorf ohne Bahnhof. Ihre Stadt tragen sie in ihrem Herzen, diese verwundete Stadt in einem tief verwundeten Land.
Schon vor knapp 2000 Jahren war Damaskus Schauplatz eines Dramas, das die Weltgeschichte verändern sollte: Der Christenverfolger Paulus, so erzählt die Bibel, stürzte blind vom Pferd. In einer Vision sah er Christus, der zu ihm sprach: „Warum verfolgst du mich?“
Paulus krempelte sein Leben um. Als Apostel der Völker wurde er selbst ein Verfolgter um Christi willen. Er reiste durch das Römische Reich (die Länder, durch die heute die Fluchtroute verläuft), kam mehrfach in Todesgefahr, erlitt Schiffbruch und wurde gerettet. Und überall erzählte er den Menschen von Jesus Christus und gründete so eine Weltreligion.
Ohne Paulus, ohne sein Damaskus-Erlebnis, wüssten wir heute wohl nichts von Jesus. Wir würden nicht Weihnachten feiern, die Kinder keine Adventskalender öffnen, und den Glühweinstand beim Weihnachtsmarkt gäbe es auch nicht.
Also: Feiert Weihnachten! Und denkt an Damaskus!