"Glaubenssache"-Beitrag aus Kirche und Religion: „Lichtzeichen . . .“

(Foto: Foto: Mirko Peisert)

Von Pastor Mirko Peisert, Steinwedel

Um eine gemeinsame Lichterkette zu bilden, hatten sich viele Tausend Menschen in Hannover versammelt. Ein Lichtzeichen nach den Terroranschlägen in Paris. Ein Zeichen für Freiheit und Toleranz. „Wir wollen zeigen, dass wir an eine offene und friedliebende Gesellschaft glauben und uns nicht von Angst und Terror bestimmen lassen wollen“, erklärte der Hannoversche Landesbischof Ralf Meister die Lichter-Initiative.
Nach dem Start vor dem Rathaus zogen die Menschen mit Kerzen in der Hand in Richtung Fußballstadion. Als Lautsprecherdurchsagen aufforderten, die Veranstaltung zu beenden. Nicht nur die Lichterkette wurde aufgelöst, auch das Länderspiel im Stadion wurde abgesagt. Bis heute sind die genauen Hintergründe nicht bekannt. Auch wenn möglicherweise ein großes Unglück verhindert wurde, so waren doch spätestens jetzt Angst, Verunsicherung und Sorge auch in Hannover angekommen.
Zum 1. Advent hängen viele Lichterketten in die Fenster und Wohnzimmer. Lichter gegen die Dunkelheit und Kälte draußen. Aber vielleicht klingt bei manchen dieses Jahr mehr mit. Wenn ich Sonntag die erste Kerze auf dem Adventskranz anzünde, dann tue ich das bewusster als in anderen Jahren. Denn das alte Lichterritual scheint mir aktueller denn je.
Mit der Kerze präge ich mir ein: Nicht Angst, nicht Unsicherheit, nicht Vorurteile sollen mein Handeln lenken, sondern die Hoffnung soll mein Tun bestimmen, die Zuversicht mich leiten!
Und mit den Kerzen, die zum 1. Advent angezündet werden, entsteht eine neue Lichterkette von Haus zu Haus durch unsere Dörfer und Städte. Ein Zeichen gegen die Angst, für die Hoffnung auf Frieden.