Glanzvolles Adventssingen der Chöre in Lehrte

Noch größeren Andrang als sonst gab es beim Adventssingen der Lehrter Chöre, bei dem diesmal nicht nur die Kirche sondern mit 120 Sänger/innen auch der Altarraum der Matthäuskirche am Markt komplett gefüllt war. (Foto: Lehrter Chorprojekt/Petra Eller)
Lehrte: Matthäuskirche |

Projektchor liefert imposanten Abschluss des Lehrter Musikjahres

LEHRTE (r/kl). Im Frühjahr wurde der Startschuss des Chorprojektes für das traditionelle Adventssingen der Lehrter Chöre am 3. Advent in der Matthäuskirche am Markt gegeben. Bei seinem großartigen Auftritt rührte der Projektchor zusammen mit Streichern des Lehrter Kammerorchesters die Zuhörer zu Tränen.
Seit langen Jahren schon ist die Kirche mit 450 Plätzen (aber gut 500 drängten sich dieses Mal rein) an der Grenze ihres Fassungsvermögens, wenn sich Lehrter Chöre am dritten Advent mit weihnachtlichem Programm präsentieren.
In diesem Jahr mussten sogar gut 200 Interessenten wegen Überfüllung abgewiesen werden. Pastorin Gesa Steingräber-Broder und Kirchenvorstandsvorsitzender Wilhelm Busch wurden von einem aus Hannover (per Rad!) angereisten Fan der Christkindlmesse sogar der Lüge bezichtigt: Eine volle Kirche könne es gar nicht geben! In Lehrte beim Adventssingen der Lehrter Chöre aber schon . . .
Eine derartige regelmäßige Veranstaltung ist keineswegs selbstverständlich, denn die Chöre wenden erhebliche Mühen auf, hier ein speziell weihnachtliches Programm zu bieten und andere musikalische Ziele zurück zu stellen. Noch weniger selbstverständlich war es in diesem Jahr, dass sich derartig viele in einem Projektchor zusammenfanden, um ein ganz besonderes Programm gestalten zu können.
Die an dem Projekt beteiligten Chöre "Querliedein", "Tria musica", Lehrter Männerchor und „ensemble vis-à-vis“ studierten nicht nur, wie üblich, einige eigene Lieder ein, sondern erarbeiteten sich zusätzlich eine Messe einschließlich Orchesterbegleitung.
Nach dem üblichen Liederprogramm der einzelnen Chöre, wurde die Pastoralmesse op. 110 von Ignaz Reimann aufgeführt, die auch Christkindlmesse genannt wird. Vereint in einem großen Projektchor gestalteten etwa 100 Sängerinnen und Sänger aus vier Lehrter Chören sowie diverse Mitglieder anderer Chöre, zusammen mit Streichern des Lehrter Kammerorchesters, die zweite Hälfte des Adventssingens.
Die Organisation dieses Chorprojektes hatte Jürgen Tippe, nach außen hin gelassen, geleitet, unterstützt vor allem von Julia Constien, Dr. Christian Schumann (ensemble vis-à-vis) und Klaus Wolf (Lehrter Männerchor). Charmant und witzig verstand Tippe es auch, aus den vielen Singenden einen geschlossen wirkenden Chor zu formen.
Dieses eher unbekannte Werk war eine ideale Wahl für dieses Projekt. Gleichermaßen eindrucksvoll wie gefühlvoll waren die eingängigen und romantischen Melodien dieser kurzen Messe. Erstaunlich gut war die Einheitlichkeit, mit der diese buntgemischte Sängerschar das Werk darbot.
Die große Freude aller, an diesem Ereignis teilhaben zu können, war offensichtlich, das Strahlen der Gesichter der Aktiven wie auch des Publikums am Schluss nur zu gut verständlich. „Imposant, grandios, zum Heulen schön“ lauteten einige der Kommentare, die besonders auch hervorhoben, wie gut es gelungen sei, diese so verschiedenen Chöre zu einer solch guten Einheit zusammen zu bringen. Gratulation an alle!
Und so war es nicht verwunderlich, bei der Kollekte am Ausgang zugunsten der Orgelrestaurierung manchen, auch größeren Schein zu sehen. Eine Wiederholung dieser Messe fände sicher viele Interessent/innen.