Gigaliner könnten ab März auch im Raum Sehnde fahren

Sieht in den Gigalinern das falsche umwelt- und verkehrspolitische Signal: Die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann (Foto) kritisiert die Landesregierung. (Foto: SPD Sehnde)

Landesregierung antwortet MdL Dr. Silke Lesemann

SEHNDE/HANNOVER (r/kl). Auf ihre Anfrage zum geplanten Einsatz von überlangen Lkw im Raum Sehnde im Rahmen eines Feldversuches, hat die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann eine Antwort der Landesregierung erhalten. „Gigaliner“ mit den Ausmaßen von bis zu 25,5 Metern Länge und bis zu 44 Tonnen Gesamtgewicht sollen demnach frühestens ab März 2012 auf die Straßen geschickt werden.
Betroffen sind die A7 von der Anschlussstelle Hannover-Anderten über die Bundesstraße 6, Landesstraße 382 und Kreisstraße 142 bis Hannoversche Straße 27 in Sehnde. Welche Speditionen sich daran beteiligen, ist im Moment noch unklar.
„Den Optimismus der Landesregierung bezüglich des Einsatzes von Gigalinern teile ich nicht“, so Silke Lesemann. „Die Erkenntnis, dass der Güterverkehr in den kommenden Jahren steigen wird, ist nicht neu.
Statt mit Nachdruck die Schieneninfrastruktur zukunftsfest zu machen, setzt die Landesregierung auf Gigaliner. Verschiedene Studien zeigen, dass diese Riesentrucks die Verkehrssicherheit gefährden und der weiteren Verlagerung des Güterverkehrs weg von der umweltfreundlichen Schiene auf die Straße Vorschub leisten.
Der Einsatz von Gigalinern führt in eine umweltpolitische Sackgasse. Das ist das falsche Signal“, befürchtet Lesemann.
In diesem Zusammenhang die Emissionsvorteile der Gigaliner gegenüber herkömmlichen Lkw als umweltpolitische Glanzleistung verkaufen zu wollen, sei schon bemerkenswert. Einer Studie des Fraunhofer-Instituts zufolge führt der Einsatz von überlangen Lkw zu einer Verschlechterung der Klimabilanz.