Gesangverein Aligse präsentiert seine Vielfalt beim begeisternden Jubiläumskonzert

Nachwuchspflege in der Singschule trägt reife Früchte, wie der gemeinsame Auftritt der "Auespatzen" mit den „Young Voices“ bewies. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Björn Roloff schaltet sich als nörgelnder Sketchpartner in den Programmablauf ein

ALIGSE (hdb). Es ist allein schon ein optischer Genuss, der inspirierenden Chorleiterin Lilli Schwarz bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Was dann mehr als 300 Besucher beim Jubiläumskonzert des Gesangvereins Aligse auch noch zu hören bekamen, unterstrich die hohe musikalische und sängerische Leistungsdichte der unterschiedlichen Gruppierungen.
Der am 1. Juni 1884 als Männergesangverein gegründete Klub hat in seiner wechselvollen Geschichte bestimmt viele gute Chorleiter gehabt. Lilli Schwarz indes steht seit 1993ununterbrochen in vorderster Front – und diese Kontinuität der im sibirischen Novosibirsk ausgebildeten Musikpädagogin zahlt sich aus.
Schwarz leitet die Singschule „Auespatzen“ mit vier Altersgruppen, den „Cantus harmonie“ – inzwischen ein reiner Frauenchor und mit seinem ersten öffentlichen Auftritt – und den „Cantus gaudium“, der sich vor 15 Jahren als gemischter Chor aus Eltern des Nachwuchses gebildet hat.
Beim Jubiläumskonzert in der bis fast bis auf den letzten Platz gefüllten Matthäuskirche gesellten sich zu den drei Stammchören noch als neue Formation die „Young Male Voices“ hinzu. Die acht Jugendlichen wurden für ihre jahreszeitliche Reverenz an den Sommer fast schon stürmisch gefeiert. Ähnlich starken Beifall erhielten aber auch die Gruppe II der Singschule (11 bis 14 Jahre), eine um die "Young Voices" erweiterte Formation sowie die beiden erwachsenen Chöre. Solistische Lorbeeren verdienten sich die Flötistin Charlotte Prauß und der Pianist Sergej Melnik.
Die musikalische Reise unter dem Motto „Thank you for the music“ moderierte, leider trotz Mikrofons mit akustischen Schwächen zumindest in den hinteren Reihen, der frühere Vorsitzende Wolfgang Schulz im Plauderton.
Für heitere Akzente sorgte Björn Roloff, der als in plattdeutsche Sprache die ehrwürdige Vereinsfahne aus dem Gründerjahr hochhielt und sich über die vielen Frauen in einem „Männergesangverein“ mokierte. Die Männer, konterte die Vorsitzende Dorothea Kaiser in dem Eröffnungssketch, seien aktuell in der Minderheit und spielten besser Volleyball.
Roloff sorgte im Dialog mit Schulz auch dafür, dass nach einer knappen Stunde auch die für Sängerinnen und Sänger - und natürlich für das Publikum - obligatorische Trink-Pause eingelegt wurde. Am Ende kamen alle Mitwirkenden - welche die Generalprobe tags zuvor immerhin zum gleichen Zeitpunkt absolvierte wie das WM-Viertelfinale Frankreich gegen Deutschland - um zwei Zugaben nicht herum.