"frauen unterwegs" in Lehrte fragten nach zum Thema Flüchtlingsfrauen

Ein Beitrag von Lea Brauer (Schulpraktikum RS Uetze) - Freya Markowis berichtete überSchicksale und heutige Situation

LEHRTE. Klavier, Kerzen und Blumen schufen eine einladende Stimmung, als jetzt auf Einladung der Gruppe "frauen unterwegs" 30 Frauen im Kirchenzentrum der Matthäuskirche in Lehrte die Situation der Flüchtlingsfrauen in en Mittelpunkt stellte - auf der Flucht und bei ihrem Leben in den Unterkünften hier.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lehrte, Freya Markowis, berichtete von tragischen Schicksalen, die geflohene Frauen erlebt hatten und auch davon wie es den Flüchtlingen in und rund um Lehrte derzeit geht. Viele Frauen hätten Schreckliches auf ihrer Flucht erlebt, viele seien sexuell belästigt worden, manche sogar vergewaltigt.
Es seien erschütternde Schicksale, über die sich kaum eine zu sprechen traue, Aber an diesem Abend kam das Thema auf den Tisch! Es wurde reichlich diskutiert, viele Fragen wurden gestellt und beantwortet.
Die Anzahl der geflohenen Frauen in den Flüchtlingsunterkünften ist um einiges geringer als die der Männer. Dies rührt daher, dass oft die jungen Männer vorgeschickt werden um ihre Familie später nachzuholen oder um ihnen Geld zu schicken. Die Frauen fliehen innerhalb ihres Landes vor dem Krieg und warten auf Nachrichten von ihren geflohenen Verwandten.
Um Schutz für alle Frauen und Mädchen zu schaffen, muss noch einiges getan werden, war die Erkenntnis dieses im Zusammenhang mit den Internationalen Frauentag organisierten Abends. Vor allem, da waren sich alle einig, müssen die Geschlechter in den Unterkünften stärker getrennt werden und das betreuende Personal muss besser ausgebildet werden.
Außerdem sollen die Flüchtlinge besser aufgeteilt werden, aber wie? Das ist nicht so leicht zu sagen, denn es muss auf einiges geachtet werden: Sie sollten die gleiche Sprache sprechen damit sie sich verständigen können, die Religionen müssen so voneinander getrennt werden, dass keine Spannungen entstehen, aber es darf auch keine zu starke Abschottung ganzer Gruppen geben. Um die Religionen zu mischen, sind die Flüchtlinge oft nicht tolerant genug.
„Keine Frau muss Gewalt akzeptieren!“, sagt Freya Markowis, keine Frau sollte etwas erdulden, sie muss sich wehren und sich Hilfe suchen. Sie muss wissen, das jeder der Hilfe braucht, sie hierzulande auch bekommt. Mit diesem Satz deutet sie außerdem darauf hin, dass es ein kostenloses Hilfetelefon gibt, das jeden Tag an 24 Stunden besetzt ist. In 15 Sprachen kann geholfen werden. Zu erreichen ist das Hilfetelefon unter der Nummer (0800) 011 60 16. Lea Brauer
Zum Teil sehr ergriffen reagierten die Zuhörerinnen auf die von Freya Markowis geschilderten Schicksale von Flüchtlingsfrauen, die aber auch in den Sammelunterkünften hierzulande geschützt werden müssen.