Flüchtlinge in Lehrte legen Gemüsegarten an der Manskestraße an

Nach getaner Arbeit: Der in der Freizeit angelegte Garten ist fertig. Stolz präsentieren Gärtner und Bürgermeister Klaus Sidortschuk (Mitte) das Ergebnis. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand: Erntereiche Früchte erst im nächsten Jahr – Ein Vorbild gibt es in Höver

LEHRTE (hdb). Handwerkliches Geschick und gestalterisches Vermögen waren gefragt: Ein Team von etwa zehn Flüchtlingen in der städtischen Unterkunft an der Manskestraße hat einen Gemüsegarten angelegt – wo vorher ein gepflasterter Parkplatz war. In etwa einem Jahr kann dort auf rund 150 Quadratmetern Fläche allerlei Gemüse zum Eigengebrauch geerntet werden.
Etwa zwei Wochen lang haben die Bewohner – unter Anleitung des ebenfalls geflüchteten irakischen Ehepaares Quabas Saleh shihab Al Bayati und Mohammed Sad-Awad Al-Ani, die in Höver untergebracht wurden – seit Ende August geschuftet, um aus dem mit Steinen gepflasterten Grundstück den Garten anzulegen. Mit dabei sowie bei der Einweihung war auch Mohammad Khalifa aus Syrien, während andere Helfer die Schulbank drücken mussten.
Doch auch Bürgermeister Klaus Sidortschuk ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, seine persönliche Sympathie für das Projekt zu zeigen, als er zum Einweihungstermin kam. „Die Stadt unterstützt das ideell“, sagte Stadtsprecher Fabian Nolting. Für die Arbeiterwohlfahrt, welche die Container-Wohnanlage und die ehemaligen benachbarten Gebäude der Stadtwerke betreut, waren Projektleiterin Gabi Schuppe und ihre Mitarbeiter Miri Kirli und Mohamed Alsheiser zur moralischen Unterstützung erschienen.
Pflanzen- und Humusspenden steuerte die Lehrter Wohnbau-Gesellschaft bei. In den geradlinig angelegten Beeten mit begehbaren Zwischenräumen wachsen bald Kartoffeln Tomaten, Radieschen und Kürbisse sogar Erdbeeren.
Damit nicht genug: Die Flüchtlinge haben sich aus einer wuchernden Wildnis hinter dem Haus einen Ziergarten mit einem Springbrunnen als Refugium geschaffen – aber der von einigen Bewohnern als unbedingt erhaltenswert eingeschätzte Löwenzahn musste auf Geheiß der AWO von der Grasfläche nebenan weichen.