Erneut zehn Kinder aus Tschernobyl zu Gast in Lehrte

Kinder aus Tschernobyl und ihre Gastfamilien freuen sich auf eine schöne Zeit zusammen mit vielen Aktionen und Ausflügen. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Ausflüge, Aktionen und Sport stehen auf dem Freizeit-Programm

LEHRTE/ILTEN (dno). Die Vorfreude, auf die schönen Tage in Deutschland, ist bei den zehn Kindern aus der Region Tschernobyl zu spüren. Schon seit Wochen warteten sie ungeduldig auf den Abflug nach Hannover, um hier bei Gastfamilien aus Lehrte und Umgebung eine unbeschwerte Zeit zu erleben.
„Die Leute hier sind so nett, die Natur so schön und die Straßen so sauber“, der 13- jährige Sergej ist begeistert. Bereits zum sechsten Mal nimmt er an diesem Aufenthalt teil, der bereits „Tradition“ geworden ist. Seit nunmehr 20 Jahren kommen Kinder aus Tschernobyl in ihren Sommerferien für vier Wochen nach Lehrte zu Besuch.
Die zwei Jungen und acht Mädchen im Alter von neun bis 13 Jahren werden von einem Dolmetscher begleitet und sind jeweils für zwei Wochen in verschiedenen Gastfamilien aus Hannover, Burgdorf, Aligse, Ilten und Lehrte untergebracht.
„Wir freuen uns, dass wieder so viele unserem Aufruf gefolgt sind, um den Kindern hier ein paar schöne Woche zu schenken“, so der Diakon der Matthäusgemeinde Lehrte, Sven- Oliver Salzer. So wurden Sachspenden wie Kleidung, Schuhe, Bücher und Spielzeug gesammelt. Aber auch die Ausflüge wurden großzügig unterstützt.
Die Kinder erwartet ein umfangreiches Programm. An drei Vormittagen in der Woche werden sie mit Spiel- und Bastelaktionen von ehrenamtlichen Helfern betreut. Ausflüge in den Zoo Hannover, zum Klimahaus Bremerhaven oder ins Rastiland werden schon sehnlichst erwartet.
Aber auch in Lehrte gibt es viel zu entdecken. So bekamen die Kinder Freikarten für die Lehrter Schwimmbäder, dürfen in die Soccer Halle, besuchen die örtliche Polizei und übernachten in Ilten bei der Freiwilligen Feuerwehr – Grillen natürlich inklusive.
Doch auch die Gastfamilien haben sich vorbereitet. Ein bisschen aufgeregt, neugierig und erwartungsvoll wurde sich bei einem ersten Kennenlernen Treffen beschnuppert. Mit Händen und Füßen wird sich verständigt, denn die Kinder können nur wenig deutsch und die Familien nur wenig russisch. Bei Sergej klappt das schon ganz gut: "Ich interessiere mich sehr für die Kultur und lerne auch die deutsche Sprache."
Tschernobyl gilt bis heute als größte Katastrophe in der zivilen Nutzung der Kernenergie. Noch heute leiden viele Kinder an den Folgen des Unglücks. „Unverstrahlte Luft, gesunde Ernährung und liebevolle Betreuung erwartet sie bei diesen Austausch – klingt selbstverständlich, für die Kinder aus Tschernobyl ist das etwas besonderes“, so Diakon Salzer.