Elf neue Hospizbegleiterinnen in Lehrte kümmern sich ehrenamtlich um Kranke

Die elf frisch zertifizierten Hospizbegleiterinnen mit ihrer Kursleiterin Daniela Reinhardt-Kraft (links) wollen sich jetzt der Betreuung von Schwerstkranken widmen – ehrenamtlich! (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Äußerst effektive vierbeinige Helfer: Die ausgebildeten Therapiehunde Max (9, links) von Birgit Harms und Jossi (3) von Daniela Reinhardt-Kraft lösen auch bei Schwerstkranken positve Gefühle aus. (Foto: Susanna Veenhuis)
Lehrte: Rosemarie-Nieschlag-Haus |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Jetzt 30 Betreuer für Schwerstkranke und Sterbende im Nieschlag-Haus

LEHRTE (sv). Gut neun Monate lang haben sie sich Woche für Woche auf ihre neue Aufgabe vorbereitet, jetzt halten sie die Zertifikate in den Händen: Elf neue Hospizbegleiterinnen konnte Koordinatorin Daniela Reinhardt-Kraft im Rosemarie-Nieschlag-Haus jetzt ihre Dokumente zur qualifizierten Betreuung von Schwerkranken und Sterbenden überreichen.
Krankheit, Tod, Abschied, Schmerz und Trauer – den meisten Menschen graut es vor den Themen, mit denen die elf Frauen sich in mehr als 100 Unterrichtsstunden und einem Praktikum auseinander zu setzen gelernt haben.
Dazu war der Blick aufs eigene Innenleben unerlässlich: „Nur, wer seine eigene Gefühlswelt kennt, ist in der Lage, sich auf die Gefühle anderer Menschen einzulassen“, nannte Hospizkoordinatorin Daniela Reinhardt-Kraft eine der wichtigsten Voraussetzungen für diese Arbeit.
Dazu absolvierten die Kursteilnehmerinnen so manche an die eigene Substanz gehende Übung – wie beispielsweise zum Thema Loslassen: „Das war ein sehr intensiver Abend, bei dem ich auch merkte, wie die Gruppe zusammenwächst“, sagte die Leiterin im Rückblick.
Schließlich haben es die Hospizbegleiterinnen bei ihrer Arbeit mit Menschen zu tun, die wissen, dass ihre Krankheit eines Tages unausweichlich die Oberhand gewinnen wird oder ihr Ende bald bevorsteht. Reinhardt-Kraft dazu: „Die Trauer beginnt schon vor dem Todesfall und betrifft nicht nur die Angehörigen, sondern vor allem die Betroffenen selber!“
Neben dem Trost spenden und dem gut zuhören Können spielt nicht nur bei Betreuten, die nicht mehr sprechen können, vor allem auch die nonverbale – die nichtsprachliche – Kommunikation eine große Rolle.
Denn auch, wenn sie der Sprache mächtig sind, möchten viele Menschen sogar noch auf auf dem Sterbebett ihren Angehörigen und auch niemandem sonst zur Last fallen. Da ist es wichtig, Körpersprache und andere Zeichen richtig zu deuten, um die wahren Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen zu erfahren.
Bei ihrem aufopferungsvollen Amt dürfen die Betreuerinnen aber auch ihr eigenes Wohlergehen nicht vernachlässigen und erlernten Methoden, für sich selber zu sorgen, damit sie nicht unter der Last dieser Aufgabe zusammenbrechen und es nicht zu einem Burn-Out kommt, erklärte die Kursleiterin.
Dennoch ist in diesem Kursus niemand abgesprungen; die elf „Neuen“ sind Christine Behrens, Carmela Cantore, Birgit Harms, Waltraud Heisrath-Peters, Karin Hunte, Birgit Konopatzki, Godje Mahn, Anne Metzing, Brunhilde Schmitz, Reinhild Schumacher, Claudia Schwenke.
Sie verstärken das bestehende Team der ehrenamtlichen Hospizbegleiter – darunter auch einige Männer – nun auf insgesamt über 30 Betreuer. Zwei weitere Helfer verfügen über vier Beine: Die Therapie-Hunde Jossi (3) und Max (9) lösen bei Kranken positive Reaktionen aus und fungieren oft als „Türöffner“.
Interessenten für einen Hospiz-Kursus können sich unter Telefon (05132) 8 38 59 50 beim Hospizdienst Lehrte im Evangelischen Altersheim – Rosemarie Nieschlag Haus – melden. Im Internet gibt es weitere Informationen unter wwww.hospizdienst-lehrte.de.