Ehrenamtskarte für neun Engagierte in Lehrte

Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk (Mitte) überreichte die Ehrenamtskarte an Ralf Jurgeit (rechts daneben) und Aktive der DRK-Bereitschaft Lehrte. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Ehrenamtliches Engagement in kleiner Feierstunde gewürdigt

LEHRTE (dno). „Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals eine so große Gruppe gab“, so Klaus Sidortschuk, Bürgermeister der Stadt Lehrte bei der Verleihung der Niedersächsischen Ehrenamtskarte. Diese wird an Personen verliehen, die sich seit drei Jahren mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden jährlich ehrenamtlich in einer Organisation engagieren.
So wie die Helfer/innen der DRK-Bereitschaft Lehrte, Michaela Constabel, Manuela Hagemann, Jessica Penther, Simon Aselmann, Martin Deutgen, Jason Johnson, Andreas Klingberg und Benjamin Nolte.
Sie leisten seit vielen Jahren ihren Einsatz beispielsweise im Katastrophenschutz, bei Sanitätswachdiensten oder auch in der Flüchtlingshilfe. „Hier hätte es das Hauptamt ohne das Ehrenamt nicht geschafft“, unterstreicht Sidortschuk, „die Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass die Hilfsorganisationen gut funktionieren und ihre Kräfte bündeln.“
Ohne Kameradschaft und Teamgeist nicht denkbar. Eines der Hauptargumente, warum man (Frau) „so lang dabei geblieben ist“. So wie Andreas Klingberg, der schon seit über 21 Jahren das DRK Lehrte aktiv unterstützt: “Ich bin Bauingenieur und habe hier viel gelernt, was ich auch in meinen Beruf mitnehmen konnte.“ Vom Sanitätsdienst über den allgemeinen Dienst bis hin zu seiner Tätigkeit als Zug- und Bereitschaftsführer hat er schon viele Stationen durchlaufen.
Eine Vielfältigkeit, die auch von Simon Aselmann geschätzt wird. Er ist durch den Bundeswehr-Ersatzdienst zum DRK gekommen und „irgendwie hängen geblieben“.
„So irgendwie hineingerutscht“ ist auch Jessica Penther, die über ihre zweijährige Tochter seit 2009 zu dem Dienst gekommen ist und nun als Rettungssanitäterin unterwegs ist.
Martin Deutgen kam schon während des Studiums zum DRK. Nicht verwunderlich, denn schon in jungen Jahren hatte er durch seinen Vater, der ebenfalls beim Deutschen Roten Kreuz war, viel mitbekommen.
Durch ein tragisches Erlebnis kam Jason Johnson in die Truppe. 1994 erlebte er, wie in Hannovers Altstadt eine Bombe explodierte. „Das hätte auch schief gehen können“, so Johnson (der sich übrigens auch als Vorsitzender des Kreichorverbandes Burgdorf ehrenamtlich engagiert).
Doch obwohl die Freude am Dienst und die große Kameradschaft bei den DRK-Helfer/innen überwiegt, kommen auch kritische Gedanken auf. „Die Zeit und auch das Fahrgeld, das wir investieren, wird häufig unterschätzt“, so Michaela Constabel. „Und auch der Ton bei einigen Sportveranstaltungen, auf denen wir den Sanitätsdienst versehen, ist deutlich rauher geworden“, ergänzen die Kameraden.
Auch Ralf Jurgeit, Abteilungsleiter Leichtathletik bei Hannover 96, durfte sich über eine Ehrenamtskarte freuen: „Ich bin dem Sport treu geblieben. Als Erwachsener wollte ich ein Stück weit zurück geben, was ich als Jugendlicher genossen habe.“
Mit der Ehrenamtskarte, die eine Gültigkeit von drei Jahren hat, gibt es Vergünstigungen bei kulturellen Veranstaltungen, Bäderbesuchen, Kursgebühren der Musikschule sowie der Volkshochschule und vielfältige Rabattaktionen sowie einen kostenfreien Leseausweis für die Stadt- und Schulbibliothek.