Ehrenamt in Lehrte erfährt vielfältige Anerkennung

Das Ehrenamt in Lehrte ist breiter aufgestellt, als man gemeinhin denkt. THW-Chef Andreas Flörke (li.) und Unternehmer Hasan Kurtulus (re.) saßen so nach dem Neujahrsempfang noch in der "Brasserie" zusammen, denn Kurtulus war (schon "zu Beginn des letzten Viertels des letzten Jahrhunderts im letzten Jahrtausend") der erste Helfer mit ausländischen Wurzeln im Technischen Hilfswerk. (Foto: Walter Klinger)

... auch wenn es keine besondere Jahres-Ehrung der Stadt gab

LEHRTE (r/kl). Zehn Jahre war es in Lehrte üblich, beim Neujahrsempfang Personen, Gruppen oder auch Institutionen auszuzeichnen, die sich durch besonderes Engagement um den sozialen Frieden in unserer Stadt verdient gemacht haben oder die durch ihr Tun und Handeln ein herausragendes Beispiel an Zivilcourage gegeben haben. In diesem Jahr unterblieb diese Ehrung. Nimmt also das Ehrenamt in der "Eisenbahnerstadt" ab? Keineswegs, bilanziert Lehrtes neuer Bürgermeister Klaus Sidortschuk.
Der Verwaltungsausschuss habe sich mit den für 2011 eingereichten Vorschlägen intensiv auseinandergesetzt und betont, dass die erbrachten Leistungen aller vorgeschlagenen Personen anerkennenswert und ausdrücklich zu würdigen sind. "Die sehr hohen Hürden der Ehrungsrichtlinien konnten aber von keinem Vorschlag überwunden werden, so dass in diesem Jahr keine Ehrung vorgenommen wird", so Sidortschuk.
Aber es habe natürlich noch zahlreiche und vielfältige andere Ereignisse in Lehrte zu feiern gegeben. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass Paul Janßen im Mai für seine jahrzehntelange Arbeit als Schiedsmann mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Weiterhin konnte sich als oberster Naturschützer im Stadtmarketingverein Willy Goronczy auf Grund seiner ehrenamtlichen Tätigkeit über eine Einladung des Bundespräsidenten Christian Wulff freuen. Eine Ehre der ganz besonderen Art wiederfuhr Diakon Werner Mellentin von der katholischen St. Bernwardskirche. Ihm wurde das spanische Offizierskreuz des Ordens Isabel La Catòlica verliehen, immerhin die höchste Ehrung, welche einem Ausländer in Spanien zuteil werden kann.
Und es gab beim diesjährigen Neujahrsempfang auch ein Novum: Alle 55 Lehrterinnen und Lehrter, die inzwischen im Besitz einer Niedersächsischen Ehrenamtskarte sind, waren zu dieser feierlichen Veranstaltung eingeladen worden.
Eine Ehrenamtskarte kann bekommen, wer sich seit mindestens drei Jahren wöchentlich fünf Stunden freiwillig und gemeinwohlorientiert in einer Organisation engagiert. Oder anders dargestellt: von Montag bis Freitag jeden Tag mindestens eine Stunde ehrenamtliches Engagement!
"Sie werden mir zustimmen, dass die Voraussetzungen für den Erhalt der Ehrenamtskarte recht hoch gesteckt sind. Ein nachhaltiges und zeitlich sehr aufwendiges Engagement ist notwendig, was natürlich auch das Verständnis der Familienagehörigen der ehrenamtlich Tätigen finden muss.
Die Tatsache, dass es in unserer Stadt eine so beeindruckende Zahl an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gibt, zeigt mir, dass das Ehrenamt in Lehrte sehr gut ausgeprägt ist", bilanziert der Bürgermeister.