Drei komfortable Einkaufsstunden - wieder Parkscheibenpflicht am E-Center Lehrte!

Selten wurden Hinweisschilder auf die Parkscheibenpflicht so begrüßt, wie jetzt von den Kunden auf dem Parkplatz am E-Center Cramer im EKZ-Zuckerfabrik. Auch Sebastian Cramer (Mitte) hofft, dass die durch Dauerparker und Berufspendler verursachten nervigen "Ehrenrunden" bei der Parkplatzsuche jetzt ein Ende haben. (Foto: Walter Klinger)
 
Andere hatten etwas voreilig den Beginn der Parkscheibenpflicht schon für Mittwoch verkündet, aber die Betonfundamente für weitere Pfähle mit Hinweisschildern waren noch zu setzen und mussten aushärten. Ab Montag aber gilt sie nun, die Parkscheibenpflicht auf Lehrtes größtem Parkplatz. (Foto: Walter Klinger)
Lehrte: EDEKA-Center Lehrte |

Neue (alte) Regelung gilt ab Montag (13. März 2017)

LEHRTE (kl). Es ist selten, dass regulierendes Handeln der Stadt im Straßenverkehr so einhelligen Zuspruch findet, wie die ab Montag auf dem Parkplatz am E-Center im EKZ "Zuckerfabrik" Lehrte erneut geltende Parkscheibenpflicht mit der Beschränkung auf drei Stunden Parkdauer.
"Wir haben fast nur positive Kundenresonanz darauf", berichtet Sebastian Cramer, Geschäftsführer der Cramer Lebensmittelbetriebe. Die Initiative ging vom E-Center Cramer aus. "Wir hätten natürlich gern freies Parken ohne irgendwelche Regelungen belassen", sagt Sebastian Cramer, "aber es gab zu viele Kundenbeschwerden". Denn zahlreiche Dauerparker blockierten die Parkplätze für die Einkaufsbummler. Manchen wurde das Herumkurven auf dem Parkplatz zu nervenaufreibend und sie drohten als Kunden abzuwandern.
Uwe Kobow, Marktleiter im E-Center, beobachtete mit seinen Mitarbeitern zahlreiche abgestellte Wagen, deren Insassen frühmorgens direkt zum Bahnhof und zu den Zügen nach Hannover strebten - und erst am Abend wieder zurückkamen.
LEHRTE (kl). Jetzt zogen mit einem vom E-Center ausgehandelten Vertrag der englische Immobilienfonds als EKZ-Eigentümer und die Stadt, als künftig die Parkdauer kontrollierende Instanz, die "Reißleine": Drei Stunden Parkzeit bieten einen komfortablen Zeitrahmen für den Einkauf. Parkzeitüberschreitungen kosten zehn Euro.
Für die Berufspendler gibt es als Alternative zum kostenfreien Parken den nahe gelegenen Schützenplatz. Und gegen einen Obolus auch das neue Parkhaus. Vor allem für Berufspendler erbaut, sind dort - auf vier der sechs Ebenen - aber immer noch mehr als die Hälfte der für Park+Ride-Nutzer geschaffenen Parkplätze (Monatsgebühr 20 Euro) nicht genutzt.
"Hier steht Ihr Auto mit komfortablem Einstellplatz sicher, trocken und das für weniger als einen Euro pro Tag in dazu direkter Bahnhofsnähe", wirbt Frank Wersebe, der Geschäftsführer unter anderem der Lehrter Parkhausgesellschaft.
Die unterste Ebene für Kurzzeitparker (wenn die erste Stunde nicht überschritten wird, ist das Parken hier kostenfrei) und die erste Ebene für örtliche Dauerparker (Monatsmiete 50 Euro) ohne Öffi-Dauerticket sind dagegen schon fast gänzlich ausgelastet - weshalb die Kernstadt-SPD das 6-Millionen-Parkhaus bereits als Erfolg sieht.
Ein Erfolg wird wohl auch die neue Parkscheibenregelung: Vom E-Center mit Flyern und Banner schon seit fast zwei Monaten kommuniziert, haben die meisten Kunden bereits seit einiger Zeit wieder (wie während des Parkhausbaues) die Parkscheibe hinter der Windschutzscheibe. Verpflichtend ist sie aber erst ab diesem Montag. Und fast 50 Hinweisschilder auf dem Parkplatz sorgen dafür, dass alle informiert sind.
Beim Enspurt für die neue Regelung gab es Verzögerungen. So sprach die beauftragte Immobilienservicefirma (die sich um das EKZ "Zucker" kümmert und mit der offenbar alle ansässigen Geschäftsinhaber auch sehr zufrieden scheinen) noch einmal mit den Mietern.
Und hatten letztlich die Baubetriebshofmitarbeiter recht: der Betonsockel für zwölf neue Masten für Parkschilder musste erst noch aushärten.
Doch ab Montag gilt die kundenfreundliche Regelung. Vielleicht sind ab dann auch jene Mitarbeiter und Geschäftsinhaber zu ihren Kunden freundlich, die derzeit noch in erster Reihe direkt vor den Geschäften parken. Kundenbeschwerden über dieses Verhalten gibt es schon länger.
Das E-Center ist übrigens auch hier Vorbild: Es hat für seine Mitarbeiter (denn die Beschäftigten im EKZ haben einen Parkausweis) in einer Hausordnung strikt geregelt, dass diese nur Einstellplätze in den hinteren Parkplatzbereichen nutzen.