Diskussion über ethische Fragen am Lebensende

Manuela Fenske-Mouanga, Koordinatorin des Hospizdienstes, mit Caren Marks, der parlamentarischen Staatssekretärin der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. (Foto: Hospizdienst Burgdorf, Lehrte)

Parlamentarische Staatssekretärin besucht ambulanten Hospizdienst

BURGDORF/LEHRTE (r/bs). Der ambulante Hospizdienst für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze schult seine ehrenamtlich Mitarbeitenden regelmäßig. Das Treffen im März 2014 stellte die Frage: Organspende und Patientenverfügung – ein Widerspruch in sich?
Katja Freund ist Geschäftsführerin und Mitglied des Klinischen Ethik-Komitees der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Ihr Vortrag führt in die ethische Fragestellung ein. Die dort aufgeworfenen Fragen werden anschließend diskutiert – mit Caren Marks, der parlamentarischen Staatssekretärin der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Sie besucht den Hospizdienst zum zweiten Mal: diesmal, um mit den Ehrenamtlichen über ihre Arbeit zu reden. Sie will die Fragen der Menschen hören, die Sterbende begleiten, und die Probleme in ihrer praktischen Tätigkeit verstehen.
Gemeinsam wird über die Patientenverfügung gesprochen, über den mutmaßlichen und geäußerten Willen eines Patienten – und über die möglichen Widersprüche.
Die Patientenverfügung trifft in den meisten Fällen Regelungen zu den sogenannten lebensverlängernden Maßnahmen. Es geht darum, dass der Patient sich wegen seiner Erkrankung nicht mehr artikulieren kann und sein Leben ernsthaft bedroht ist, um Fragen der künstlichen Ernährung, Beatmung, um Hirntod und Organversagen.
Und es geht um die Organspende. Viele Menschen haben einen Organspendeausweis und dokumentieren damit ihre Bereitschaft, im Todesfall Teile ihres Körpers für Transplantationen bereitzustellen. Eine solche Organspende ist aber nur möglich, wenn ein Patient zwar hirntot ist, aber der Körper weiterhin funktioniert. Sonst sterben auch die Organe.
Zur Erhaltung dieser Körperfunktionen sind jedoch genau die Maßnahmen erforderlich, die der Patient möglicherweise in einer Patientenverfügung ausgeschlossen hat. Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten, weder vom medizinischen Personal noch von den Angehörigen. Gleichwohl gibt es immer wieder Situationen, in denen genau diese Probleme auftreten.
Manuela Fenske-Mouanga ist Koordinatorin des Hospizdienstes. Sie leitete diese Veranstaltung und ist gleichzeitig die Ansprechpartnerin für pflegende Angehörige und andere Betroffene, die ehrenamtliche Unterstützung bei der Betreuung Sterbender benötigen.