Die Lehrter/innen bewiesen aktiv, was ihnen der "Maibummel" wert ist . . .

Das Lehrter City-Stadtfest "Maibummel" machte auch in seiner 29. Auflage am vergangenen Wochenende seinem Ruf als beliebter "Wiedersehens"-Treffpunkt nach den dunklen Wintermonaten alle Ehre. Auch wenn wetterbedingt nicht alle Attraktionen geboten werden konnten - mehrere tausend Besucher stemmten sich gegen Regen und Windböen, nahmen die Klimakapriolen als unterhaltsames Zwischenspiel insgesamt gut gelaunt hin. (Foto: Walter Klinger)
 
"Der Wind zum Regen ist heute ja noch schlimmer als gestern nur der Regen", befand Vorsitzender Rainer Jahns (vorn), als er am Sonntag im (Zelt-)Kaffeegarten des Tanzkreises Lehrte die Tischdecken mit Tesafilm sichern musste. Das Kuchenbufett verlegten seine Mitstreiter/innen kurzerhand in den Regenschutz des benachbarten Hauseinganges. (Foto: Walter Klinger)

. . . und kamen trotz vorgezogener "Eisheiligen" zum City-Stadtfest!

LEHRTE. Auf die Gefahr hin, dass wir uns mit diesem Lob wiederholen, aber wem Anerkennung gebührt, der soll diese in unserem Blatt auch bekommen: Etwas treueres als das Lehrter Publikum gibt es im ganzen Umkreis einfach nicht! Das Glas des Wetterleidens war beim dreitägigen "29. Maibummel Lehrte" nicht nur halb-, sondern zu mehr als vier Fünftel (Regenwasser-)voll. Das City-Stadtfest aber blieb (außer bei der total verregneten Auftaktparty Freitagabend) zu keinem Zeitpunkt ohne zumindest mehrere hundert Besucher/innen!
Sogar ein Teil der professionellen Schausteller gab nach dem total verregneten Freitag und den immer wiederkehrenden Regenschauernschauern am Samstag triefend auf; mehrere Großspielgeräte waren wegen der Rutschgefahr unbenutzbar. Doch die Lehrter Geschäftsleute, das Stadtmarketing als Veranstalter und die beteiligten Vereine setzten ihr versprochenes Programm um, fühlten sich den trotz des Wetters in die City Gekommenen verpflichtet.
Ein ganz dickes Lob beim Einlösen ihrer Programmversprechen gilt den Partymachern der Brasserie "Classic", die mit Big Bandwie Coverband ihr Programm bei der Eröffnungsparty am Freitag vor weniger als 50 (aber von der Musik begeisterten) Zuhörer/innen voll durchzogen.
Samstagabend - immer noch bei Regen - feierten dann immerhin etwas mehr als 300 Besucher vor der Haupt-Bühne. Was übrigens etwas heißen soll, denn immerhin lief zur gleichen Zeit im Fernsehen das Finale des European Song Contests. Für diesen Wettbewerb den achten Platz der deutschen Quali belegte Cyril Krueger - aber das ist schon vier Jahre her.
Dennoch (und trotz des Regens) begeisterte der Frontmann der "The Jetlags" jetzt erneut in Lehrte - und wird nach Meinung unserer Redaktion auch nächstes Jahr dabei sein. Denn wer im Einsatz für Lehrte Ausdauer zeigt (und noch dazu so viel Beifall findet), wird definitiv mit der Treue des hiesigen Publikums belohnt . . .
Bühnenbetreiber in Zeiten des Klimawandels kann wohl nur sein, wer sich notfalls am eigenen Schopf aus dem Wetterpech zieht. Tatsächlich so geschehen auf der Livebühne der Musikschule Ostkreis am EKZ "Zucker", als am Samstagabend die Leipziger Gastband "Living Fire" gemeinsam mit Musikschuldirektor Eberhard Ladewig die Stimmung durch ein befreiendes "Head banging" (gemeinsames zeremonielles Ausschütteln der Nässe aus den Haarschöpfen) aufheiterte.
Das Regenjacken-bewehrte Publikum bewies, dass es inzwischen zwar (im erweiterten Festbereich) gern auch in der Zuckerpassage feiert, aber keinesfalls selbst so wasserlösliche Eigenschaften wie der Exportartikel der einstigen Zuckerfabrik hat. Die tapfere Besucherresonanz auch in den übrigen Festbereichen trug dazu bei, dass mehr als drei Viertel der Schausteller "an Bord" blieben (oder statt Absage überhaupt nach Lehrte kamen). Die Lücken durch die, welche dann doch die Rettungsleine zogen, wurden am Sonntag durch gleichfalls tapfer ausharrende private Flohmarktanbieter gefüllt.
So empfing die Besucher/innen am Sonntag eine doch wieder geschlossene "Festmeile". Und dann galt es bei gutem Wetter (gemeint ist: ohne Niederschlag) in nur fünf Stunden - darunter unglaubliche knapp 60 Minuten Sonnenschein - alles im Regen versäumte nachzuholen. Der nun einsetzende gute Besuch erlaubte es den Schaustellern, ohne Verluste aus diesem Regen-Wochenende heraus zu kommen. Und in den Geschäften herrschte plötzlich doch Gedränge. Nette Geste: Kunden, die bei diesem Andrang nicht mehr beraten werden konnten, gewährten einige Kaufleute ihre persönlichen Stadtfest-Rabatte auch noch beim erneuten Besuch in den folgenden Tagen.
Schade war es nur um die besonderen Aktionen, die im Regen nur wenig Publikum fanden. Das Potpourri mit Auszügen aus gleich mehreren choreografierten Kursprogrammen etwa, welches des Studios "EasyFitness" am Regen-Samstag auf zwei "Maibummel"-Bühnen bot (am Sonntag dann auch mit "Zumba"-Präsention). Oder die "Tage der offenen Tür" in der neuen Tagespflege der Sozialstation Lehrte, die ihre Infostände (Information wird hier groß geschrieben, denn diese Einrichtung ist zugleich auch kostenlos beratender "Pflegestützpunkt") an zwei der drei Tage unter die Regentraufe des umgebauten Bankgebäudes in der Burgdorfer Straße zurückziehen musste.
Aber sicherlich können weitere Info-Berichte im MARKTSPIEGEL hier doch noch einiges an regenbedingt entgangener Information weitergeben . . .
Absolut zu loben ist übrigens auch den Einsatz der Standbetreiber am Sonntag. Denn zwar regnete es nur halbtags, dafür aber legten die plötzlichen Windböen um das Dreifache zu. So manches Partyzelt an den Ständen wurde davon angehoben, dennoch stiegen aber auch die guten Zahlen der Festbilanz: die 50 selbst gebackenen Kuchen und Torten am Gastro(zelt)wagen der Lehrter Lions etwa waren restlos ausverkauft. Und das DRK Lehrte konnte beispielsweise mehr als 1.000 Lose der Wohlfahrtsverbände-Tombola "Helfen und Gewinnen" an den Mann (die Frau!) bringen. So etwas freute dann doch beim Lehrter City-Stadtfest unter schwierigsten Wetterbedingungen mit den gefühlt um zwei Wochen vorgezogenen "Eisheiligen"!