Die DGB-Ortskartelle Sehnde und Lehrte betreiben Werbung für Betriebsratswahlen

„Du hast es in der Hand“: Vor dem Lehrter Krankenhaus werben (von links) Reinhard Nold, Susanne Bühmann, Hartmut Völger und Michael Turowski für die kommenden Betriebsratswahlen. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Interessenvertretungen kämpfen vordringlich für zukunftssichere Arbeitsplätze

LEHRTE/SEHNDE (hdb). „Ohne Betriebsräte sähe die Arbeitswelt weit unsozialer aus“: Davon sind Gewerkschaftssekretär Reinhard Nold und die Vertreter von Arbeitnehmerinteressen am Klinikum Lehrte, am Klinikum Wahrendorff und bei Hellmann Logistics überzeugt. Deshalb rühren sie gemeinsam die Werbetrommel für die im April und Mai bevorstehenden Betriebsratswahlen.
Nach der zu Ende gehenden vierjährigen Wahlperiode werden bundesweit im Zeitraum zwischen Anfang März und Ende Mai neue Betriebsräte gewählt. Das betrifft auch die Interessenvertretungen am Klinikum der Region in Lehrte, am nicht tarifgebundenen Klinikum Wahrendorff und bei der Hellmann Worldwide Logistics GmbH.
Am Lehrter Krankenhaus werden am 29. April etwa 100 gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer an die Wahlurne gerufen, um den künftigen elfköpfigen Betriebsrat zu bestimmen, wie Betriebsrätin Susanne Bühmann mitteilt.
Für das Klinikum Wahrendorff hat der Betriebsratsvorsitzende Hartmut Völger Wahlen etwa 30 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Belegschaft zur Neuwahl am 24. und 25. April aufgefordert. Bei Hellmann wird vom 12. bis 14 Mai gewählt. Etwa 20 Prozent der 407 Mitarbeiter seien gewerkschaftlich organisiert, sagte der freigestellte Betriebsratsvorsitzende Michael Turowski vor der Presse. Für alle Wahlberechtigten sei auch eine Briefwahl möglich, ergänzte Reinhold Nold vom Ortskartell Lehrte.
„Gerade die kleinen und mittleren Betriebe machen uns Sorgen“, verriet Nold. Oft hätten Arbeitnehmer in diesen Unternehmen Angst, einen Betriebsrat zu installieren. Dabei würden auch Arbeitgeber von Ideen der Arbeitnehmer profitieren. Betriebsräte seien nicht ausschließlich eine Interessenvertretung für Lohnverhandlungen, sondern „zu allererst, Arbeitsplätze zukunftssicher zu machen“.
Am Klinikum Wahrendorff ringt der Betriebsrat nach Angabe seines Vorsitzenden beispielsweise schon seit mehr als einem Jahr um mehr Lohngerechtigkeit. Immerhin hat das Gremium mittlerweile eine Betriebsvereinbarung erreicht, nach der in klinischen Abteilungen die Fünf-Tage-Woche möglich sei.
Als Erfolg verbucht Völger auch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichtes, wonach die einstmals vereinbarte Gewinnbeteiligung zugunsten der Arbeitnehmer nicht einfach von der Geschäftsführung mit Einmal-Zahlungen im einstelligen Millionenbereich „zurückgekauft“ werden kann.
Das Lehrter DGB-Ortskartell plant für Sonnabend, 8. März, im Einkaufszentrum Zuckerfabrik einen Informationsstand zu den bevorstehenden Betriebsratswahlen und ihrer Bedeutung für die Arbeitnehmer.