Der Himmelfahrts-Gottesdienst Lehrte steht im Zeichen der Ökumene

Der Wasserturm als Lehrter Wahrzeichen im Hintergrund, Pastor Dieter Rudolph-Rodekohr im Vordergrund: Fast 200 Christen feiern im Stadtpark einen ökumenischen Gottesdienst. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Fast 200 Besucher aus vier Gemeinden feiern vor der Kletterwand im Stadtpark

LEHRTE (hdb). Leichter Wind, viele Wolken, wenige Sonnenstrahlen: Bei noch guten äußeren Bedingungen haben fast 200 Christen aus vier Lehrter Kirchengemeinden am Himmelfahrtstag einen Gottesdienst im Grünen gefeiert. Die Predigt hielt Pastor Jürgen Sandersfeld. Die musikalische Begleitung besorgte ein Posaunenchor unter Leitung von Thielo Fischer.
„Auf dass alle eins seien“ lautete das Motto der Feierstunde vor der Kletterwand im Stadtpark, die mit ihren Schmierereien allerdings einen eher abschreckenden Hintergrund lieferte. Ein großes Holzkreuz und farbiger Flieder als Blumenschmuck vor einem improvisierten Altar waren die einzigen ansprechenden Attribute. „Wir mussten hier vorher auch erst mal dolle aufräumen“, verwies Pastorin Beate Gärtner auf eine verdreckte Umgebung, die allerdings durch viele helfende Hände kurzfristig noch gereinigt werden konnte.
Zu dem ökumenischen Gottesdienst, dem fünften in Folge, die katholische St. Bernward-Gemeinde, die beiden evangelisch-lutherischen Markus und Matthäus und die baptistische Johannes-Gemeinde eingeladen. Die Liturgie teilten sich Pastorin Beate Gärtner, Pfarrer Roman Blasikiewicz und Pastor Dieter Rudolph-Rodekohr, der bei einigen Kanons auch zur Gitarre griff. Die Predigt hielt Pastor i.R. Jürgen Sandersfeld. Den Himmelfahrtstag bezeichnete er mit den Worten eines anderen Theologen als den „widerborstigsten“ christlichen Feiertag. Er sei als Entsprechung zu Weihnachten aber unentbehrlich – auch wenn es Menschen gebe, die den „Vatertag“ anders interpretierten und für eine hohe Unfallstatistik, ausgelöst durch Alkohol am Steuer, sorgten. Einen kleinen Vorgeschmack bekamen die Gottesdienstbesucher durch zwei sich in der Nähe aufhaltende Gruppen, die sich zum Teil lautstark bemerkbar machten.
Sandersfeld interpretierte in seiner Predigt Worte von Jesus aus dem Johannes-Evangelium: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast …“. Er betonte außerdem den ökumenischen Gedanken „bei aller Verschiedenheit“. Nach dem einstündigen Gottesdienst blieben viele Teilnehmer noch zum „Himmelfahrtsschmaus. Dessen Erlös und die Kollekte sollen der Lehrter Tafel zugute kommen.