Das kühle Gold im Festzelt Lehrte vergesellschaftet . . .

Launige politische Rede: Linken-Fraktionschef Christoph Lokotsch mit dem Silberteller des Ratsschießens beim Rückweg vom Rednerpult. (Foto: Walter Klinger)

Linken-Fraktionschef benutzt richtige Munition

LEHRTE (r/kl). Seiner Rede als Silbertellergewinner beim Ratsschießen stellte Linken-Fraktionschef Christoph Lokotsch voraus, "dass ich auch in meiner Zeit als Sozialdemokrat schon Sportschütze war. Schießen habe ich nicht erst im Schwarzen Block und bei der Linken gelernt. Ich habe auch nicht mit Steinen auf die Zielscheibe geworfen, sondern richtige Munition benutzt. Die Schützenbrüder vom SC können das bezeugen".
Dann aber startete Lokotsch einen politischen Rundumschlag: "Ihr kennt alle die fünfte Fruchtfolge, bei der aus Ackerland Bauland wird. Dank SPD und Grünen ist das inzwischen kaum noch der Fall. Die haben sich was viel Besseres ausgedacht: Statt Äcker nehmen sie einfach Kleingärten.
Das funktioniert mindestens genauso gut, denn Sozis haben keine Kleingärten. Eher schon freistehende Einfamilienhäuser. Hinten großer Garten, vorne Erst- und Zweitwagen. Oder, wie es der letzte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück so schön formulierte: Ein Wein, der weniger als 5 Euro kostet, kann gar nicht schmecken.
Aber was bin ich so schwarzmalerisch: Es wird ja alles gut. Die SPD hat einen Kanzlerkandidaten gefunden: Der Mann heißt Schulz – ein ganz und gar unverbrauchtes politisches Talent – ihr habt vermutlich noch gar nicht von ihm gehört. Schulz ist knackige 61 Jahre jung und gerade erst in den Parteivorstand der SPD gewählt worden. Also 1999, quasi gestern.
Schulz hat also so wenig mit der Agenda 2010 und dem Abbau des Sozialstaates zu tun, wie die Große Koalition mit Waffenexporten in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Katar oder Saudi-Arabien.
Es gibt aber auch Lichtblicke. In Deutschland gibt es eine neue Partei, die noch nicht im Bundestag vertreten ist, aber die Menschen schon jetzt in Scharen an die Wahlurnen treibt. Richtig, die Rede ist von den Freien Demokraten. Ihr erinnert euch vielleicht noch an die FDP. Die FDP ist tot. Jetzt gibt es die Freien Demokraten. Ganz tolle Sache, ganz großes Kino.
Die wollen Start-Ups fördern und die Überwachung im Internet stoppen. Die haben nämlich erkannt, dass sie mit ihrem Gerede von einem freien Markt keinen Blumentopf mehr gewinnen, spätestens dann nicht, wenn die Leute wegen steigender Mieten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, wegen laxen Kündigungsschutzes quasi von heute auf morgen auf die Straße gesetzt werden oder für einen Hungerlohn in der Leiharbeit dieselbe Arbeit leisten, wie ihre festangestellten Kolleginnen und Kollegen. Start-Ups und Bürgerrechte, das klingt doch gleich viel besser. Blöd nur, dass es dieselben Leute sind wie vorher.
Hans-Joachim Deneke-Jöhrens von der CDU wird mich möglicherweise gleich einen Kommunisten schimpfen. Das darf er gern tun, aber nur, wenn er mit mir gemeinsam anschließend den Sozialismus ausruft. In diesem Sinne mache ich mal den Anfang und vergesellschafte das kühle Gold, das in den Gläsern vor euch steht: 50 Liter Freibier!"