Das Eisenzeithaus bei Lehrte soll noch in diesem Jahr Reetdach erhalten

Freitag ab 13.00 Uhr ist Richtfest: Die Lehrter Zimmerei Finkhausen hat die Balken für das Eisenzeithaus bereits fachmännisch ganz im Stil der Frühzeit aufgestellt. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Naturfreundehaus Grafhorn |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Am Freitag Richtfest für das Naturfreunde-Projekt in Grafhorn

IMMENSEN (hdb). Es geht voran: Das „Projekt Eisenzeithaus“ hat innerhalb weniger Wochen seine unübersehbaren Spuren in Nachbarschaft zum Naturfreundehaus hinterlassen. Jetzt hat die Ortsgruppe das Richtfest terminiert. Noch im Dezember soll mit Blick auf die Wintermonate dann das Reetdach gedeckt werden.
Mit dem Richtfest am Freitag, 16. Oktober, ab 13.00 Uhr, bei dem auch die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde spricht, ist auf dem Weg zu einer natur- und kulturhistorischen Bildungsstätte (Nakubi) ein erstes Etappenziel erreicht.
Etwa sechs Jahre hatten nach Angaben von Christian Helmreich die Vorbereitungen von der ersten Idee bis zum konkreten Projekt in Anspruch genommen. Erst danach konnten die notwendigen Fördermittel der Region Hannover und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in einer Größenordnung von 300.000 Euro bewilligt werden.
„Mitte September haben wir dann losgelegt“, schilderte Christian Helmreich - Pächter der Gastronomie im Naturfreundehaus seit 2006 - den Elan, mit dem der Verein mit seinem Vorsitzenden Wilfried Helmreich an der Spitze die Realisierung in Angriff genommen hat.
Tagelang mussten freiwilligte Helfer die 1.000 laufenden Meter Baumstämme aus Eichenholz und mit einem Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern aus dem Landesforst schälen, ehe ein Fachbetrieb die Grundfeiler für das kleinere Grubenhaus und das Wohnstallhaus setzen konnte.
In den kommenden Tagen wartet auf die ehrenamtlichen Helfer nun noch das Schälen von einem Kilometer Lärchenholz, das für die Dachlatten benötigt wird. Sie dienen als Unterlage für das Reetdach, das – ebenso wie der Lehmfußboden – noch im Dezember gedeckt werden soll.
So kann das 18 mal acht Meter große Eisenzeithaus, das in einem dreijährigen Projekt entsteht und vom Agrar-Ingenieur Frank Thiel wissenschaftlich und pädagogisch begleitet wird, einigermaßen winterfest gemacht werden. Die Vereinsmitglieder haben sich zu 2.500 ehrenamtlichen Arbeitsstunden verpflichtet.
Die Lehmwände werden erst im nächsten Jahr und bei günstiger Witterung erstellt. Dabei können die Naturfreunde auf die Mithilfe von Schulklassen zählen, für die gesonderte „Work-Camps“ eingerichtet werden.
Burgdorfer Grundschüler haben neben der künftigen Bildungsstätte mit Museum und Mitmachwerkstatt bereits einen Eisenzeit-Garten aus Weidenruten angelegt, in dem später Ziegen und Schafe weiden können.
Wohnen und arbeiten wie zur Eisenzeit vor mehr als 3 000 Jahren: Neben dem Naturfreundehaus Grafhorn entsteht eine natur- und kulturhistorische Bildungsstätte.