Chronisten berichten in "Lehrter Land & Leute" Heft 46

Keine innerdeutsche, aber eine der vielen Grenzen, welche einst die Bahn durch Lehrte zog, zeigt mit dem einstigen Blockstellwerk am Bahnübergang Ahrbeck das Titelbild des neuen Lehrter Chronistenheftes. (Foto: Lehrter Land & Leute)

Von Gasthäusern, Glocken und Heilern . . .

LEHRTE (r/kl). Als Lektüre für dunkle Winterabende empfiehlt sich das neue Heft Nr. 46 aus der Reihe "Lehrter Land & Leute". Kundige Heimatchronisten berichten darin erneut über historische Aspekte des Lebens im alten Lehrte und der niedersächsischen Umgebung - mit durchaus aktuellen Bezügen zur Gegenwart.
Viele Gaststätten haben seit einigen Jahren mit zurückgehenden Gästezahlen und den damit verbundenen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen; etliche Häuser mussten bereits schließen.
Hans-Wilhelm Mölbitz schildert mit dem einleitenden Artikel die Entwicklung der Gasthäuser in früheren Zeiten und ruft in Erinnerung, dass noch vor etwa 50 Jahren Gaststätten gut besuchte zentrale Einrichtungen in den Städten und Dörfern waren und das Gemeinschaftsleben nachhaltig geprägt haben.
Passend zum bevorstehenden Jahreswechsel erläutert Prof. Dr. Leo Biegel nicht nur die Herkunft des Namens Silvester, sondern schildert zahlreiche übliche Bräuche zu diesem Tage in Braunschweig und Niedersachsen.
Die ärztliche Versorgung der Bevölkerung war in früheren Zeiten längst nicht so gut wie heute. In vielen Fällen wurden daher Personen zu Rate gezogen, die teilweise erstaunliche Fähigkeiten entwickelt bzw. von Vorfahren übernommen hatten, Beschwerden zu lindern oder zu heilen.
Schäfer Ast hatte diese Fähigkeiten und war eine in der Lüneburger Heide bestens
bekannte Adresse. Adolf Meyer erzählt von diesem außergewöhnlichen Mann. In einem weiteren Artikel erklärt Adolf Meyer die Gedenktage der Heiligen und ihre Bedeutung im bäuerlichen Jahresablauf.
Im Rahmen seiner Reihe über die Geschichte des Kaliwerkes Erichssegen erinnert Lothar Großmann an das dortige ehemalige Tbc-Heim.
Zum Martinstag am 10. November (Geburtstag von Martin Luther) oder am 11. November (nach katholischem Brauch am Sterbetag von Bischof Martin im Jahr 401) ziehen die Kinder von Haus zu Haus und bitten um kleine Gaben. Giesela Schulz berichtet hierüber und über das dabei gesungene bekannte Lied ‚Matten Matten Meeren‘. In einem weiteren Artikel gibt sie allgemeine
Informationen zur Geschichte der Glocken – als Abschluss der Reihe über die Glocken in den Kirchen in Lehrte und den Ortsteilen.
Informationen zum Kümmel gibt Margaretha Ehlvers, Frank-Dieter Busch stellt mit dem Karmingimpel einen besonderen Vogel vor und es wird an den früheren Stadtgärtner Anton Halbig erinnert.
Weitere Artikel beschäftigen sich mit dem Wandel in der Bestattungskultur und erinnern daran, dass schon vor 200 Jahren für die Nutzung der Straßen ein Entgelt zu zahlen war. Schließlich wird noch die Kalthausgemeinschaft Immensen vorgestellt.
Das Heft Nr. 46 ist ab sofort im örtlichen Buchhandel und bei weiteren Verkaufsstellen erhältlich und kostet 6,50 Euro.