Bunter Osterbrunnen nach fränkischer Art begeistert in Steinwedel

Bereits bei seiner Enthüllung viel bestaunt, empfiehlt sich der Osterbrunnen des Heimatvereins Steinwedel am Depenauer Ring als Ziel auch der Spaziergänge an den Osterfeiertagen. (Foto: Walter Klinger)
 
Bei der Osterbrunnen-Premiere legte der Erlös aus dem Verkauf der selbstgebackenen und -gebastelten Osterhasen bereits den Grundstock für die Fortsetzung der neuen Tradition auch im nächsten Jahr. (Foto: Walter Klinger)
Lehrte: Alter Brunnen Steinwedel |

Heimatverein etabliert einen neuen Osterbrauch

STEINWEDEL (kl). Mehr als 300fache Osterfreude in Form von bunt bemalten Ostereiern, viele davon kleine Kunstwerke: Mit einem ersten Osterbrunnen nach fränkischer Art hat der Heimatverein Steinwedel schon vor dem Osterfest einen attraktiven Blickpunkt für alle gesetzt, die während der Osterzeit am alten Brunnen am Ortsausgang Richtung Burgdorf (Depenauer Ring) vorbeikommen oder -spazieren.
Der Brunnen mit den Girlanden voller Ostereier ist echt, ebenso wie die liebevolle Bemalung der Ostereier per Hand. Einst stand er vor dem alten Gemeindehaus, Verwaltungssitz der ehemals selbständigen Ortschaft. Das alte Haus gibt es nicht mehr, aber im Jahre 2009 sorgten Mitglieder des Heimatvereins für einen Betonkranz um den fünf Meter tiefen Brunnenschacht, damit dieser sicher abgedeckt werden konnte.
Zwar stellte Heimatfreund Willi Bühring einen Findling mit der Aufschrift "Am Brunnen" dazu, aber der schmucklose Brunnen ärgerte die gebürtige Fränkin Christine Eusewig all die anderthalb Jahrzehnte, die sie jetzt in Steinwedel wohnt. Schon immer wollte sie ihn mit kunstvollen Ostereier-Girlanden geschmückt sehen - der Heimatverein setzte ihren Vorschlag jetzt mit großem Engagement um.
"Ein Stück davon gehört auch nach Aligse", bedankte sich die neue Heimatvereinsvorsitzende Elke Bühring-Wehrmann bei der Enthüllung des Osterkunstwerks. Denn auch Spender aus der Nachbarortschaft hatten zu den insgesamt 500 Eiern beigetragen, die dann an mehreren Abenden aber ausschließlich von Aligserinnen bemalt wurden. Das Material dazu hatte der Heimatverein gestellt.
Etwa 300 der kunstvoll bemalten Eier schmücken jetzt die Girlanden am Brunnen. Beim geselligen Bemalen hatte man (Frau!) noch geschätzt, dass mehr auf die Girlanden gesteckt werden könnten. Aber kleines Ei neben kleinem Ei gibt schnell eine große bunte Masse. Und sollte es - Zeichen der Zeit - auch hier Vandalismus geben, liegen nun noch 200 weitere Eier zum Nachschmücken in Reserve.
Die Begeisterung schon bei der Brunnen-Enthüllung deutete bereits darauf, dass der Osterbrunnen (die Eier sollen zu einer langen Wasserförderung beitragen) wohl zu einer festen Tradition wird.
Auch ein finanzieller Grundstock ist bereits gelegt: aus dem Erlös der lustigen Osterhasen, die für das kleine fest am Osterbrunnen von den Mitgliedern des Heimatvereins gebacken und - unter Aktivierung der einstigen Bastelgruppe - zum Teil auch aus Holz und Stoff gestaltet wurden.
Nach bereits der Waldweihnacht der Feuerwehr wurde der Depenauer Ring am Ende des Dorfes mit dem Osterbrunnen bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit zum Treffpunkt für das ganze Dorf. Der Maibaum soll aber wieder auf dem Platz am Brink aufgerichtet werden.
Dass es sich bei diesen beiden Festen jeweils um eine fremde Tradition handelt, stört die Heimatfreunde nicht: Hauptsache, es macht Spaß, stärkt die Dorfgemeinschaft und man kann dazu auch noch ein kleines Fest feiern . . .
Über den örtlichen Tellerrand hinaus schaut der Heimatverein (110 Mitglieder) auch mit seiner neuen, für Alle offenen Kulturgruppe, die schon bei Comedian Jörg Knör auf dem Gutshof Rethmar gute Laune tankte oder im Astor Grand Cinema Hannover eine Liveübertragung des Bolschoi Balletts verfolgte. Wer mehr über die nächsten dieser Ausflugsvorhaben erfahren will, kann sich an per Mail an elke@silas.de wenden.