Brummerbühne Sievershausen begeistert mit dreiaktigem Lustspiel „Der Zweck heiligt die Mittel“

Aufregung im Rathaus: Die Vorbereitungen zur Ordensverleihung werfen ihre Schatten voraus bei (von links) Simon Kretzer (Sven Heise), Bürgermeister Überall (Stefan Kaiser), seinem Stellvertreter Prachtmann (Uwe Anders) sowie den beiden Angestellten Heidi Mohr (Jennifer Keuneke) und Olga Früh (Bianca Schäffer). (Foto: Horst-Dieter Brand)
 
Lustspiel mit Happy End: Die heimlich verliebten Simon Kretzer (Sven Heise) und Elisabeth Hoffmann (Susanne David) dürfen ihr Glück öffentlich zeigen. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Im Rathaus herrscht Ausnahmezustand wegen Verleihung des Verdienstkreuzes

SIEVERSHAUSEN (hdb). Der Zweck heiligt die Mittel: Dieses geflügelte Wort kennt auch der Rathaus-Beamte Simon Kretzer, wenn er bei seinen Vorgesetzten auch sonst als eher arbeitsscheu und denkfaul gilt. Am Ende des gleichnamigen Lustspiels triumphiert er jedoch – in Sachen Liebe – über deren Vorurteile.
Nomen est omen: Der umtriebige Bürgermeister (selbstredend von Sievershausen) heißt zwangsläufig „Überall“, sein als Schürzenjäger verschriener Stellvertreter „Prachtmann“, die gackernde Klatschtante des Dorfes „Henne“ und die notorisch verspätete Büroangestellte „Früh“. Auch sonst spart Autor Walter G. Pfaus in seinem Dreiakter nicht mit eher grobem Klotz statt feiner Ironie, was das achtköpfige Ensemble unter Anleitung von Maren Kühn für pralle Handlungsabläufe und derbe Späße, meistens auf Kosten des Beamtenstandes, bestmöglich nutzt.
Wenn sich im Saal des Hotels Fricke der Vorhang hebt (genau genommen öffnet und schließt er sich nach links und rechts in einem atemberaubend langsamen Tempo), macht der scheinbar bieder wirkende Beamte (bauernschlau: Sven Heise) gerade ein Nickerchen. Als ihn seine Kolleginnen Heidi Mohr (Jennifer Keuneke feiert ein gelungenes Debüt bei der Brummerbühne) und Olga Früh (dienstbeflissen: Bianca Schäffer) stören, gilt er sogleich als „aufgeweckter“ Staatsdiener. Und lernt den Unterschied zwischen einem Stück Holz und seinem Berufsstand kennen: „Holz arbeitet“. Beamte dürfen auch nichts annehmen – nicht einmal Vernunft, kalauert die Kollegin, die während der Arbeitszeit auch schon mal, kleidermäßig derangiert, aus dem Nachbarbüro des Finanzbeamten Edward Dear (komisch: Mark Garbutt) kommt.
Unter den Augen des an der Wand hängenden Bildes von Bundespräsident Joachim Gauck (Bühnenbild Annegret Schäffer) wird der Büroalltag bestimmt von hin und wieder bedenklich wackligen Texthängern und der bevorstehenden Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den Vizebürgermeister Heinz Prachtmann (weltmännisch: Uwe Anders). Der gilt allenthalben – und besonders bei dem Lästermaul Magda Henne (erfrischend: Erika Hoppenworth) als Schürzenjäger. Seinen angebliches Techtelmechtel mit dem Fräulein Hoffmann (zurückhaltend: Susanne David), die jedoch heimlich in Kretzer verliebt ist, nutzt dieser ebenso schamlos aus wie die Angst des Bürgermeisters (polternd: Stefan Kaiser) um das Ansehen seiner Gemeinde. Am Ende kriegt der unterschätzte Beamte sehr zum Vergnügen des amüsierten Publikums all das, was er will – sogar die Gehaltserhöhung nach A 13.
Die nächsten drei Vorstellungen im Januar in Hämelerwald sind restlos ausverkauft. Für die Aufführungen in Schwüblingsen am 21. und 22. November, jeweils um 19.30 Uhr, sind nach Angaben des Vorsitzenden Stefan Kaiser noch Restkarten erhältlich.


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Foto: Horst-Dieter Brand

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Klatsch und Tratsch des Dorfes fallen bei (von links) Heidi Mohr (Jennifer Keuneke), Edward Dear (Mark Garbutt), Olga Früh (Bianca Schäffer) und Magda Henne (Erika Hoppenworth) auf fruchtbaren Boden.
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