Breite Mehrheit plädiert für eine Sekundarstufe II an der IGS Lehrte

Angestrebte Offenheit bei der künftigen Ausrichtung des Schulangebotes in Lehrte demonstrierte die Einwohnerversammlung im Forum, bei der Bürgermeister Klaus Sidortschuk (links, am Rednerpult) und seine Verwaltung den Schulentwicklungsplan vorstellten - und die ersten Meinungen dazu sammelten. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand- Verwaltung stellt in Einwohnerversammlung Schulentwicklungsplan vor

LEHRTE (hdb). Spätestens im nächsten Jahr werden die Weichen für die Lehrter Schulentwicklung endgültig gestellt. Die politische Entscheidung wird nicht einfach. Das hat eine mehrstündige Diskussion während einer gut besuchten Einwohnerversammlung deutlich gemacht.
Die gute Nachricht: Die Standorte aller zehn Grundschulen – vier in der Kernstadt, sechs in den Ortsteilen – gelten nach einer Prognose für die Jahre 2012 bis 2018 als gesichert. Die schlechte Nachricht: Die Schülerzahlen im Sekundarbereich I (5. bis 10. Klassen) geht dramatisch zurück.
„Deshalb müssen wir uns jetzt darum kümmern, weil die Entwicklung schon im Gange und unumkehrbar ist“, machte Bürgermeister Klaus Sidortschuk einleitend deutlich. Er stellte die Schwerpunkte des Schulentwicklungsplanes vor, über den demnächst Fachausschüsse und abschließend der Rat entscheiden müssen.
„Wir wollen für die Menschen in unserer Stadt früh einsetzende, differenzierte, für alle zugängliche Bildungsangebote für ein lebensbegleitendes Lernen schaffen und erhalten“, lautet laut Sidortschuk die Prämisse des Schulentwicklungsplanes. Er sieht ein erhebliches Potenzial bei der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Horten mit den Grundschulen.
Aus seiner Sicht besitzt das künftig fünfzügige Gymnasium Lehrte mit seinen fünf Profilen in der Oberstufe „ein hinreichendes Raumangebot“. Hingegen sei eine bauliche Erweiterung des Schulzentrums Lehrte-Ost – wo bereits jetzt Kinder in Containern unterrichtet werden – unausweichlich und auch bereits in Planung. Einem Rollentausch zwischen den Schulzentrum Lehrte-Süd und Lehrte-Ost macht für Sidortschuk „keinen Sinn“. Allerdings ist aus seiner Sicht für die Haupt- und Realschule in der Kernstadt eine Strukturreform notwendig.
Die alles überschattende Frage jedoch dürfte die nach der Notwendigkeit einer zweiten gymnasialen Oberstufe werden. In der Diskussion mit den etwa 200 Zuhörern rückte sehr schnell und fast ausschließlich die IGS Hämelerwald in den Mittelpunkt der Betrachtungen.
Soll sie um die Sekundarstufe II (11. und 12. Klasse) und damit die Möglichkeit zum Abitur erweitert werden? Oder gerät dadurch das beachtliche Profil des Gymnasiums in der Kernstadt in Gefahr?
Die Einwohnerversammlung – das stellte der Bürgermeister klar – war nicht repräsentativ. Dennoch war eine überwältigen Mehrheit von Eltern und Pädagogen – angeführt von IGS-Schulleiter Bernhard Mellentin – für eine komplette Integrierte Gesamtschule bis zum Abitur.
Sehr schnell drehte sich die argumentative Auseinandersetzung zwischen Gegnern und Befürwortern in Kreis. Deshalb wird für die Kommunalpolitiker die entscheidende Frage wohl werden: Braucht Lehrte überhaupt eine zweite gymnasiale Oberstufe – und wenn ja, an welchem Standort?