Bös getroffene Eltern in Sehnde und Lehrte fordern ein Ende des Kita-Streiks

Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke nahm sich viel Zeit für die drängenden Elternfragen. Konkret zusagen konnte er jedoch (noch?) nichts. (Foto: Elterschaft Kita Höver)

Demonstrationen gelten auch der Gebührenrückzahlung

SEHNDE/LEHRTE (r/kl). Beim wochenlangen Streik der Mitarbeiter in städtischen Kitas und Jugendsozialdiensten kippt die Stimmung der betroffenen Eltern, die anfangs noch Verständnis für den Arbeitsausstand zeigten.
Zusammen mit ihren Kindern forderten am Freitag 120 Eltern der Krippe und Kita Höver beim Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke eine flächendeckende Notbetreuung statt der in Sehnde bislang umschichtig geöffneten einzelnen Kitas. Bei dem "Sehnder Modell" entstünden zusätzliche Kita-Schließtage, die von den Eltern mühsam überbrückt werden müssten. In anderen Kommunen mit einer Notbetreuung seien dagegen noch Plätze frei.
Gestern demonstrierten die Eltern von Lehrter Kitas mitgemeinsam ihren (mit "Instrumenten" wie Rasseln ausgerüsteten Kinder) vor dem Lehrter Rathaus. Auch hier gab es die Forderung nach Bemühungen um ein schnelleres Ende des Streiks und der Rückzahlung der ohne Gegenleistung gezahlten Kita-Gebühren. Zudem erinnerten die Eltern an den Anspruch auf einen Kindergartenplatz mit qualitativer Betreuung im Sinne einer guten vorschulischen Bildung.
Hier sei nicht nur die Situation der Kinder problematisch. Eltern müssten Urlaubswochen und verkürzte Lohnzahlungen (hin)nehmen, vor allem Alleinerziehende würden von dem Streik unverhältnismäßig stark getroffen. Zum Teil war auch zu hören, in dem Arbeitskampf würden Eltern und Kinder "als Geiseln" genommen.
"Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass wir mit der aktuellen Streiksituation alles andere als zufrieden sind. Wünschenswert wäre es, wenn sich Arbeitgeber und Gewerkschaften zumindest auf ein Schlichtung einigen könnten und somit erst einmal ein geregelter Kita-Besuch unserer Kinder gesichert würde", so Hendrik Alberts, der Vorsitzende des Lehrter Stadtkitabeirats. Dieser will eine Sondersitzung einberufen, wenn Vertreter der Stadt und der Gewerkschaft ver.di dort die aktuellen Entwicklungen erläutern.
Zur Forderung der Eltern zeigte sich der Sehnder Bürgermeister sehr zuversichtlich, dass die Beitragsrückzahlung zum Tagesordnungspunkt der Ratssitzung am 4. Juni werde, da die Ratsmitglieder den starken und überzeugenden Protest seitens der Eltern sicherlich nicht mehr ignorieren könnten.
Die beiden Fragen: „Wann werden Sie sich um einen Kontakt mit ver.di bemühen?“ und „Werden Sie sich im Rat für eine Satzungsänderung zu Gunsten der Beitragsrückzahlung einsetzen?“ seien allerdings im Gespräch der Kita-Vertretrer im Rathaus nicht eindeutig beantwortet worden, kritisierten Elternvertreter.