Bischof aus Hildesheim besucht Rathauschef und das Klinikum Lehrte

Bischof Norbert Trelle (2.v.l.) trägt sich nach dem Gespräch mit Bürgermeister Klaus Sidortschuk (links) und in Begleitung des für Lehrte und Sehnde zuständigen Pfarrers Roman Blasikiewicz (rechts) in das Goldene Buch der Stadt Lehrte ein. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Norbert Trelle trägt sich bei Antrittsbesuch in das Goldene Buch ein

LEHRTE (hdb). Der demografische Wandel stellt Kommunen wie Kirchen vor besondere Herausforderungen. Diese Erkenntnis war ein wichtiger Anknüpfungspunkt für ein knapp einstündiges Gespräch zwischen Lehrtes Stadtoberhaupt. Und dem Bischof von Hildesheim. Der Oberhirte von knapp 7 000 Lehrter und Sehnder Katholiken fand lobende Worte für Bemühungen der Stadt um den Zusammenhalt in der Gesellschaft.
Beispielhaft nannte der Bischof, seit 2006 im Amt und erstmals offiziell zu Gast in der Eisenbahnerstadt, das Zusammenwirken von Gewerkschaft und Kirchen bei der Feier zum 1. Mai, aber auch die segensreiche Arbeit des Jugendamtes und des Familienbüros. Sidortschuk seinerseits verwies auf die frühkindliche Bildung, die in der St. Bernward-Gemeinde geleistet werde. Gemeinsam sei beiden Institutionen „die Sorge um diejenigen am Rande der Gesellschaft“.
So wie einst die Gebietsreform größere und damit leistungsfähigere Verwaltungseinheiten schuf, hat auch die katholische Kirche einen – manchmal schmerzhaften – Prozess der Zusammenführung zu klein gewordener Pfarreien hinter sich. Dieser sei weitestgehend abgeschlossen, berichteten Bischof Trelle und Pfarrer Roman Blasikiewicz. Die Folge: Aus ursprünglich mehr als 300 Pfarreien in einem der flächenmäßig größten Bistümer Deutschlands bleiben künftig noch 124 übrig. Die Zusammenführung Lehrtes und Sehndes habe „viel Kraft gekostet“, sagte Trelle. Eine endgültige Entscheidung für Hämelerwald stehe allerdings noch aus. Auch alle bisher 400 Gotteshäuser könnten künftig nicht mehr baulich unterhalten werden. So sei beispielsweise die Ahltener Kirche „abgängig“.
Über laut Bürgermeister Sidortschuk „relativ große Schnittmengen“ zwischen kommunalen und kirchlichen Aufgaben waren sich die beiden Gesprächspartner weitgehend einig. Mit dem Eintrag „Mit guten Segenswünschen für alle Menschen in Lehrte“ hinterließ der Bischof seine Visitenkarte im Rathaus. Und Sidortschuk sprach von einem „sehr zugewandten Gespräch“, in dem sein Gegenüber „aufmerksam zugehört, seine Meinung vertreten und sie auch begründet hat“.