Bewegende Fotos und Begleittexte beschreiben den „Weg der Demenz“

Die Besucher der Eröffnung der Fotoausstellung zeigten sich von der Dokumentation über den Verlauf der Demenz-Erkrankung tief beeindruckt. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Volksbank eG Lehrte |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Ausstellung von Bernhard Weiler mit Porträts seiner Eltern in der Volksbank

LEHRTE (hdb). Elf Stationen, festgehalten in beeindruckenden Schwarz-Weiß-Fotos, zeigen den Weg in die Demenz von Otti und Wolfgang: Bernhard Weiland hat seine Eltern während ihrer letzten Lebensjahre begleitet – und die Gäste der Vernissage in der Volksbank tief beeindruckt.
Eine Besucherin zeigte sich besonders betroffen und dankte Weiland mit den Worten: „Authentisch, mutig und ehrlich.“ Auch Volksbank-Repräsentant Andreas Heger und Lehrtes stellvertretender Bürgermeister Dündar Kelloglu würdigten bei der Eröffnung das Anliegen des Hannoveraners, ein „unangenehmes Thema“ öffentlich zur Diskussion zu stellen.
Dazu hat ihn der städtische Sozialarbeiter und Geschäftsführer des Präventionsrates Claus-Volker Link eingeladen. „Manche Bilder habe ich mit schlechtem Gewissen gemacht, manche Bilder machte ich gar nicht“, berichtete der Hobbyfotograf von seinem Balanceakt, Private und Intimes aus dem Leben seiner Eltern zu dokumentieren. Das sei zunächst auch überhaupt nicht geplant gewesen. Aber nach deren Tod sei sich der Familienrat - auch Sohn Johannes war an dem Projekt durch seine Textbeiträge beteiligt – einig gewesen, dass die Ausstellung (die bereits auch in der Burgdorfer Paulus-Kirchengemeinde zu sehen war) im Sinne von Otti und Wolfgang richtig sei.
Elf Stationen, beginnend noch in den eigenen vier Wänden bis ins Pflegeheim, dokumentieren den Weg der Demenz mit ernsten, aber auch fröhlichen Bildern des Ehepaares im Alter von Ende 70. Bedrückend das letzte Kapitel: „Die Kinder sind öfter da, die Enkel seltener, die Urenkel haben einfach nur Angst. Vor dem eingefallenen, abwesenden Schatten der Urgroßeltern“, beschreibt der Sozialpädagoge Weigand die Bilderläuterung den dramatischen Krankheitsverlauf, den Weigand so zusammenfasste: „Zuletzt habe ich die Elternrolle für zu Kindern gewordene Eltern übernehmen müssen.“
Die Ausstellung in der Volksbank ist bis zum 2. Oktober zu besichtigen. Das Thema Demenz wird vertieft durch die Aufführung des Theaterstückes „Du bist meine Mutter“ am Montag, 15. September, ab 20.00 Uhr in der Alten Schlosserei (im EKZ "Zuckerfabrik") sowie einen Vortrag am Mittwoch, 17. September, ab 18.00 Uhr in der Senioren-Begegnungsstätte in der Goethestraße.