Bekir Gym der TSG Ahlten hat drei neue Deutsche Meister

Die Leistungsträger und Trainer im Bekir Gym der TSG Ahlten hoffen jetzt auf noch viele neue Wettkampfchancen (von links): Tim Wobser (Deutscher Meister Herren), Allan, Hamid Jafari (Deutscher Meister), Benjamin Ebrahimi (Deutscher Meister), Altin Marina, Simar Özer sowie ihr Trainerteam Illir Marina und Bekir Özer. (Foto: TSG Ahlten)

Kickboxen: Wettkampsport, aber familiäre Atmosphäre

AHLTEN (r/kl). Motiviert auch durch den "bronzenen Stern des Sports" der Volksbank eG (wir berichteten), ging es jetzt für das Bekir Gym der TSG Ahlten mit sechs Sportlern zur Deutschen Meisterschaft in Kickboxen nach Hamburg.
Im Bereich der Jugendlichen bis 65 Kg startete der zweifache Weltmeister und amtierende Deutsche Meister Hamid Jafari, bis 60 Kg startete Benjamin Ebrahimi, bis 50 Kg Simar Özer, bis 60 Kg Allan und bis 46 Kg Altin Marina. Für die Erwachsen startete bis 93 Kg Tim Wobser.
Meister Bekir Özer und Trainer Illir Marina hatten die Jungs gut vorbereitet. So konnten drei Deutsche Meistertitel mit nach Lehrte gebracht werden. Bei den Jugendlichen holten sich erneutHamid Jafari und Benjamin Ebrahimi die Deutsche Meisterschaft. Bei den Herren gelang dies Tim Wobser.
Die weiteren tollen Platzierungen waren ein zweiter, dritter und vierter Platz. Die Trainer des Erfolges heißen Bekir Özer, Illir Marina und Thomas Schwarze.
"Wir sind inzwischen unheimlich stolz auf unsere Erfolge. Besonders die Integrationsarbeit ist hier hervor zu heben. Zur Zeit haben wir fünf Jugendliche Flüchtlinge in unserm Gym, das sind große Talente, so wie uns der zweifache Weltmeister Hamid Jafari bewiesen hat", freut sich Bekir Özer.
Dabei werde er immer wieder und immer noch überrascht, wer in dieser Sportart Überdurchschnittliches erreichen kann. "Die härtesten Gegner sind oft die, denen man es gar nicht ansieht", so Bekir Özer.
"Es ist eine Kopfsache, eine Frage des Siegeswillens und des Selbstvertrauens", ist Bekir überzeugt. So stehe beim Training der talentierten Sportler nicht nur die Kampftechnik im Vordergrund. "Das haben die sechs Jungs schon gut drauf". Vielmehr gehe es darum, Kampfroutine zu gewinnen und das Selbstbewusstsein zu stärken. Ebenso wie Hamit Jafari habe Benjamin Ebrahimi beispielsweise mit dem Einstecken der Schläge kein Problem.
"Mit Körperbeherrschung und Sensibilität habe das Kickboxen zu tun. Die innere Einstellung für den Kampfsport ist noch höher zu bewerten, als das intensive körperliche Training", erklärt Trainer Illir Marina.
Meister Bekir Özer erklärt: "Für die enorm wichtige Kondition, ist das Training die Basis. Aber auch mindestens drei Stunden pro Woche ist das Sparring mit Sparringspartnern bei der TSG Ahlten wichtig. Möglichst viele Kämpfe mit unterschiedlichen Sparringspartner, damit man sich etwas abschauen kann ist das Wichtigste. Weil es schwierig sei, noch passende Gegner für unsere talentierten Kämpfer zu finden, nehmen wir an möglichst vielen Wettkämpfen teil".
Für den Trainer ist es dabei ganz wichtig, dass die jungen Sportler ihm vertrauen und nicht das Gefühl bekommen, etwa verheizt zu werden. "Ich bin ja auch Ringrichter bei den Sparringskämpfen. Wenn ein Gegner zu überlegen ist, breche ich den Kampf ab".
Ohne Vertrauen zum Trainer und zu den Teamkollegen geht es nicht", bestätigt Weltmeister Hamid Jafari. "Anders als bei anderen Sportarten empfinde ich die Atmosphäre im Verein als familiär. Ich fühle mich sehr wohl". Und Hamid fügt hinzu: "Jeder baut jeden auf - auch neue Mitglieder, die in die Gruppe kommen". Bei einem Sport wie diesem geht es gar nicht anders, meint Bekir: "Egoisten sind nicht willkommen."
Mit dem entsprechenden Rückhalt und Selbstvertrauen ausgestattet freuen sich die Kämpfer jedenfalls schon auf die weiteren Wettbewerbe. Wobei diese für so manchen der Kämpfer schnell beendet sein können. "Gekämpft wird im K.O.-System", erklärt Bekir, "wer einmal verliert, ist draußen."
"Wir sind aber aufgrund unserer vielen Talente im Verein sehr positiv gestimmt, noch viele weitere Champions zu bekommen", so Trainer Ilir Marina, "vorausgesetzt es wird weiter hart trainiert".