Bauvorhaben „Tiefe Straße“ geht in die nächste Runde

Frank Wersebe, Geschäftsführer Lehrter Wohnungsbau GmbH, stellte den anwesenden Bürger/innen das neue Bauobjekt vor. (Foto: Dana Noll)

Öffentliche Anwohnerversammlung in der Städtischen Galerie Lehrte

LEHRTE (dno). Bezahlbarer, attraktiver Wohnraum, besonders in der Kernstadt Lehrte, ist knapp. Die Kapazitäten im gesamten Stadtgebiet sind „ausgeschöpft“. In der „Tiefe Straße“ entsteht zum Ende des Jahres ein Wohnobjekt, dass zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden wird.
Etwa 30 Bürger/innen, überwiegend aus der Nachbarschaft des neu geplanten Wohnhauses, nutzten die Chance auf „Informationen aus erster Hand“. Die Stadt Lehrte hatte zu einer öffentlichen Anwohnerversammlung in die Städtische Galerie geladen.
Klaus Sidortschuk, Bürgermeister der Stadt Lehrte, Ulrich Bode, Polizei Lehrte, Frank Wersebe, Geschäftsführer Lehrter Wohnungsbau GmbH, Uwe Bee, 1.Stadtrat sowie Michael Großmann, Bürgerservice der Stadt Lehrte, standen Rede und Antwort.
Die Stadt Lehrte hat bislang städtische Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet als auch auf dem freien Wohnungsmarkt verfügbare Wohnobjekte angemietet. Doch mittlerweile sind die Kapazitäten erschöpft und Wohnungen auf dem freien Markt kaum noch zu finden. In Lehrte sind etwa 820 Asylbewerber/innen und Flüchtlinge erfasst (Stand 31.12. 2015), von denen über 470 in städtischen und angemieteten Wohneinheiten untergebracht sind. Über 90 Prozent der Flüchtlinge sind in der Kernstadt angesiedelt. Neben den Gemeinschaftsunterkünften in der Manskestraße und in der Nordstraße wurde ebenfalls in der Kernstadt eine Notunterkunft in der Everner Straße eingerichtet. Insbesondere Familien mit Kindern können dort nicht über einen längeren Zeitraum wohnen. Bis voraussichtlich Ende Juli 2016 wird die Stadt Lehrte weitere 398 Menschen aufnehmen müssen.
„Die Lage hat sich zwar ein wenig entspannt, dennoch suchen noch viele Menschen, die ihre Heimat auf Grund von Verfolgung, Not und Krieg verlassen müssen Schutz in Deutschland“, so Klaus Sidortschuk.
In der „Tiefe Straße“ wird daher durch die Lehrter Wohnungsbau GmbH zum Ende Dezember 2016 ein dreigeschossiges Wohnhaus für etwa 70 Personen errichtet. Die Begrünung, auch als Sichtschutz für die dort wohnenden Nachbarn, ein Spielplatz, Garagen und sogar Balkone werden in den darauf folgenden zwei Jahren dazu kommen. „Bauland in Lehrte ist knapp. Wir möchten ein attraktives Wohnhaus errichten, dass später auch durchaus für alle Familien als Wohnobjekt interessant ist“, so Frank Wersebe, Lehrter Wohnungsbau GmbH. Um dies zu gewährleisten, wird es einen Architekten-Wettbewerb geben. Anhand der Ergebnisse wird der Bebauungsplan aufgestellt. Die Errichtung einer möglichen Bushaltestelle oder eines Supermarktes wurde ausgiebig diskutiert. „Leider liegt die Entscheidung nicht in der Hand der Stadt Lehrte“, so Sidortschuk. Fragen zur Sicherheit konnte Ulrich Bode von der Polizei in Lehrte ausreichend klären:„Es gibt nicht mehr Kriminalität in Lehrte als vor der Flüchtlingswelle, oft ist das Gefühl stärker als die Fakten.“