Ausstellungseröffnung „Bergen-Belsen Reflektion“ in Sievershausen

Ein Ausschnitt aus der Inschriftenwand am Obelisken im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen. (Foto: Große/Woldt)
Lehrte: Antikriegshaus Sievershausen |

Am Freitag, 25 April, im Antikriegshaus Sievershausen

SIEVERSHAUSEN (r/kl). Zum 26. April, Jahrestag des Luftüberfalls der "Legion Kondor" aus Wunstorf auf die baskische Stadt Gernika (1937), der Atomkatastrophe von Tschernobyl (1986) und des Terrorangriffs auf eine Gruppe von Aktion "Sühnezeichen Friedensdienste" (1978), eröffnet das Antikriegshaus Sievershausen am Freitag, 25. April, ab 19.00 Uhr eine Ausstellung der Fotografen Stefan Große und Hans-Jürgen Woldt aus der Mark Brandenburg über die KZ-Gedenkstätte Bergen Belsen.
Am darauffolgenden Sonntag, 27. Mai ab 10.30 Uhr findet in Bergen-Belsen auch das diesjährige Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers durch die britische Armee am 15. April 1945 statt.
Die Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ Bergen-Belsen ist eine der beeindruckendsten in Deutschland. Sie liegt mitten in der Lüneburger Heide und am Rande eines riesigen Nato-Manövergeländes. Die Heidelandschaft ergreift langsam Raum und deckt die vor siebzig Jahren gerissenen Wunden. Gleichzeitig überträgt sich die Melancholie der Landschaft auf den Ort und auf den Betrachter.
Im völligen Gegensatz zu der Stille des Ortes steht der Manöverlärm von nebenan. Das Rattern von Maschinengewehrsalven, das Donnern der Abschüsse von Panzerkanonen und das Grollen der Einschläge der Granaten mischt sich mit dem Lärm der Kettenfahrzeuge und mit den Befehlsfetzen, die der Wind herüber trägt.
Surreal das Ganze! Nichts gelernt, denkt der Besucher. Vielleicht doch?
Dieser Ausgangsgedanke bewegte die beiden Brandenburger Fotografen Stefan Große und Hans-Jürgen Woldt, sich mit Hilfe Ihrer Bildsprache mit der KZ Gedenkstätte Bergen-Belsen emotional, sowohl inhaltlich als auch landschaftlich, auseinander zu setzen.
Das Bindeglied zwischen Bergen-Belsen und Brandenburg ist der „Verlorene Transport“, mit dem im April 1945 Lagerinsassen angesichts der herannahenden britischen Armee von der Rampe in Bergen aus auf eine Irrfahrt durch Deutschland geschickt wurden, die nach einigen Tagen im Brandenburgischen Tröbitz endete.
Stefan Große, geboren 1966 in Woltersdorf, lebt und arbeitet in Grünheide (Mark). Er ist Autodidakt und beschäftigt sich intensiver mit der Fotografie seit 2006. Seine fotografischen Schwerpunkte sind Landschafts- und Architekturfotografie, sowie Portraits. Er fotografiert immer öfter und gern analog und in Schwarz-Weiß.
Hans-Jürgen Woldt, geboren 1951 in Berlin, lebt seit 37 Jahren in Fürstenwalde, arbeitet freiberuflich als beratender Ingenieur. Zur Fotografie kam er schon sehr früh, führte dieses Hobby immer mal mehr mal weniger intensiv aus und ist ebenfalls Autodidakt. Er arbeitet hauptsächlich digital.
Die Ausstellung ist bis zum 23. Mai im Antikriegshaus jeweils dienstags und freitags von 10.00 bis 17.00 Uhr und samstags jeweils von 15.00 bis 17.00 Uhr zu sehen. Abweichende Besuchszeiten können unter Telefon (05175) 57 38 vereinbart werden. Gerne bietet das Antikriegshaus (bei rechtzeitiger Anfrage) für Schulklassen und Jugendgruppen einen geführten Besuch der Ausstellung an, Nachfragen bitte unter der obigen Telefonnummer oder per E-Mail an: info@antikriegshaus.de nachfragen.